Sauerstoff: Das lebenserhaltende Todesgas

KASSEL. (hpd) Im Juli 2013 wurde die Lehrvideo-Serie “Design-Fehler in der Natur” mit dem Titel “Was ist das Darwin-Wallace-Prinzip?” eröffnet. Nachdem in einer zweiten Produktion der “Grundtypen-Kreationismus” behandelt worden ist, folgt ein Film über den Sauerstoff, der als “lebenserhaltendes Todesgas” bezeichnet wird.

Das Evolutionsbiologen-Team Prof. Ulrich Kutschera (Universität Kassel/Stanford, USA), Dr. Lena Dörges sowie die Dipl.-Biologen Henning Langguth und Simon Kleinhans (Universität Kassel) haben in dieser Neuproduktion ein bisher wenig beachtetes Thema aus dem Bereich der Physiologie der Organismen bearbeitet.

Seit dem 17. Jh. ist bekannt, dass Tiere und Menschen atmosphärischen Sauerstoff (O2) benötigen. So argumentierte z. B. der Evolutionsforscher Alfred Russel Wallace (1823–1913) in seinem populären Werk “The World of Life”, dass “Sauerstoff das lebenserhaltende Element der Zellen” sei. Obwohl der Chemiker und christliche Prediger Joseph Priestley (1733–1804) bereits 1775 vermutet hat, Sauerstoff könnte auf Lebewesen schädigend wirken, haben Physiologen erst Anfang der 1950er Jahre entdeckt, dass reiner Sauerstoff Tiere und Pflanzen schädigt.

In diesem anschaulichen Video wird die Geschichte von der Entdeckung des Sauerstoffs dargelegt. Weiterhin werden die “O2-Probleme” der Lebewesen thematisiert. Sauerstoff ist in dreifacher Hinsicht schädlich – das Gas ermöglicht verheerende Wald- und Buschbrände, hemmt die Photosynthese der Pflanzen (Photorespiration) und bewirkt, über Entstehung reaktiver O2-Spezies (aggressive Sauerstoff-Radikale, ROS), eine Zerstörung der Zell-Bestandteile.

Dieses dreifache “Sauerstoff-Paradoxon” – kurz formuliert: das “lebenserhaltende Todesgas” bringt die Lebewesen mit der Zeit um – ist mit dem christlichen Glauben an einen intelligenten Designer-Gott unvereinbar. Dieses imaginäre, allwissende Geistwesen hätte in seiner “guten Schöpfung” ein schonendes, nicht jedoch ein potenziell destruktiv/aggressives Atmungsgas erschaffen.