Rezension

Relativer Quantenquark

Der in der Skeptikerszene aktive, promovierte Kern- und Teilchenphysiker Holm Hümmler räumt mit der Vorstellung auf, dass esoterische und alternativmedizinische Konzepte mit der Relativitätstheorie und/oder Quantenphysik zu begründen wären. Auf populärwissenschaftlich hohem Niveau erläutert er – auch für Laien mit Vorwissen gut verständlich – die Grundlagen der Relativitätstheorie und Quantenmechanik, wie auch Fragen zur wissenschaftlichen Theorienbildung und Spitzenforschung in der modernen Physik.

Selbstverständliches als Provokation?

"Wir können in der Tat nicht allen helfen". Diese Kernaussage des Buchs von Boris Palmer ist richtig und wegen ihrer Selbstverständlichkeit auch derart umstritten. Sie untergräbt das persönliche Selbstverständnis vieler, die ihre persönliche Moralität mit politischem Handeln verwechseln. Die gegen Palmer und seine Positionen vorgebrachte Polemik ist in der Sache vielfach unpräzise. Ihr eigen ist der Duktus höchster Empörung verbunden mit einem bisweilen nebulösen Umgang mit unangenehmen Fakten.

Omid Nouripour: "Was tun gegen Dschihadisten?"

Der Grünen Politiker Omid Nouripour erörtert in "Was tun gegen Dschihadisten? Wie wir den Teror besiegen können" einschlägige Gegenstrategien von der aktiven Präventionsarbeit bis zu militärischen Mitteln. Vieles ist richtig und wichtig, aber auch nicht neu und systematisch, was das Buch eher als allgemeine und erste Einführung empfehlenswert macht.

Darstellung und Dokumentation zu einer antisemitischen Fälschung vor Gericht

Der Historiker und Slavist Michael Hagemeister legt mit "Die 'Protokolle der Weisen von Zion' vor Gericht. Der Berner Prozess 1933 – 1937 und die 'antisemitische Internationale'" eine Darstellung und Dokumentation zum Thema vor. Der Autor ist als jahrzehntelanger Forscher in diesem Bereich bekannt, seine Kritik richtet sich gegen die bislang etablierte Version zur Entstehungsgeschichte, ohne dass er damit apologetische Absichten in Richtung der "Protokolle" verfolgt.

Wildpferd

Die Anfänge der figurativen Kunst

Gerade wurden sie zum Weltkulturerbe erklärt: Das "Geißenklösterle", der "Vogelherd", das "Fohlenhaus". Rund ein Dutzend Höhlen der Schwäbischen Alb, in einigen unter ihnen wurden die ältesten figurativen Kunstwerke der Menschheit gefunden. Um 40.000 Jahre sind die alt. "Welt-Kult-Ur-Sprung" ist ein Führer zum Thema. Sämtliche Kunstwerke sind darin abgebildet, bis hin zu dem neuerdings geborgenen Fischchen aus Mammutknochen.

Jenseits des Buddhismus

Die "säkulare Vision des Dharma" ist das Ergebnis eines von Stephen Batchelor erlebten und gelebten Buddhismus. Er wurde in Schottland geboren, mit neunzehn Jahren buddhistischer Mönch, ist Mitbegründer des Bodhi Colleges und nunmehr Meditations-lehrer, Schriftsteller und Philosoph. Seine erste Publikation "Alone with Others" erschien 1983. Das vorliegende Buch ist eine Synthese aller seiner seit damals erschienenen Veröffentlichungen. Als buddhistischer Insider und Kenner der westlichen Denkungsart entwickelte er die im vorliegenden Buch präsentierte Idee eines säkularen Buddhismus.

Die völkische Rebellion der Neuen Rechten

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn geht in seinem Buch "Angriff der Antidemokraten. Die völkische Rebellion der Neuen Rechten" der Entwicklung einschlägiger Intellektuellenströmungen nach. Der Autor erweist sich als guter und kritischer Kenner der Materie, stellt aber hier meist frühere Aufsätze zu einem Buch zusammen, wodurch es nicht immer als geschlossen und rund erscheint.

Die Schattenseiten des Reformators

Der Journalist Peter Henkel blickt in seinem Buch "Schluss mit Luther. Von den Irrwegen eines Radikalen" auf die Schattenseiten des Reformators. Allein schon als Gegengewicht zur Luther-Jubelliteratur im Jahr 2017 verdient das Buch Interesse, das aber bei den theologischen Aspekten mitunter etwas unklar und unsortiert wirkt und leider auch quellenmäßig die Zitate nicht nachweist.

Siegen heißt, den Tag überleben

Die mit dem Concordia-Preis für Menschenrechte ausgezeichnete österreichische Politikwissenschaftlerin Petra Ramsauer ist seit 20 Jahren als profunde Kennerin der Region Krisen- und Kriegsberichterstatterin im Nahen Osten. Im vorliegenden Buch analysiert sie fachkundig, tiefgründig und mit viel Empathie die Entwicklungen der letzten Jahre in Syrien.