berliner-zeitung.de 08.01.2013 · Nr. 14721

Kirche in Berlin: Kein Herz für Obdachlose

Weil sich für die Obdachlosenambulanz am Ostbahnhof der Humanistische Verband (HVD) als Träger anbot, das Gebäude aber der evangelischen Gemeinde gehört, wurde der Mietvertrag kurzerhand gekündigt.

Zur Begründung sagte Volker Jastrzembski, Sprecher der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: "Die Mitglieder des Humanistischen Verbandes treten dafür ein, die Dominanz der christlichen Kirchen einzudämmen. Das ist ein anti-kirchliches Ziel..."

Der HVD wird von der Kirche dabei in eine Reihe gestellt mit Bordellen oder Waffenfabriken.

Dabei riefen noch am Ende des Jahres Sozialverbände und insbesondere die Kirchen zu gemeinsamen Anstrengungen in der Obdachlosenarbeit auf. Allerdings meinte die Kirche damit wohl vor allem ihre eigenen Geschäftspartner wie Diakonie oder Caritas; beim Geld hört die Nächstenliebe bekanntlich auf.