16.3.1822
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telegraph.co.uk 9 Okt 2009 Nr. 7940
Richard Alleyne
Die Vorstellung von Gott als Schöpfer ist falsch, behauptet eine Spitzenwissenschaftlerin, die glaubt, die Bibel sei über Tausende von Jahren falsch übersetzt worden.
Professorin Ellen van Wolde, eine angesehene Gelehrte für das Alte Testament und Autorin, behauptet, der erste Satz der Genesis „am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde“, sei keine zutreffende Übersetzung aus dem Hebräischen.
Sie sagt, sie habe eine neue textliche Analyse durchgeführt, die nahe lege, dass die Autoren des Buches niemals andeuten wollten, Gott habe die Welt erschaffen – und tatsächlich sei die Erde bereits da gewesen, als er Menschen und Tiere schuf.
Prof. Van Wolde, 54, die an der Raboud Universität in den Niederlanden einen Aufsatz zum Thema präsentieren wird, sagte, sie habe den originalen hebräischen Text erneut analysiert und es in den Kontext der gesamten Bibel wie auch in den Kontext anderer Schöpfungsgeschichten des antiken Mesopotamiens gestellt.
Sie sagte, sie sei irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass das hebräische Verb „bara“, welches im ersten Satz des Buches Genesis gebraucht wird, nicht bedeute, „erschaffen“, sondern „räumlich trennen“. Der erste Satz sollte nun gelesen werden: „Am Anfang trennte Gott den Himmel und die Erde“. (...)
Ihre neue Analyse zeige, dass der Anfang der Bibel nicht der Anfang der Zeit, sondern der Beginn einer Geschichte sei. Sie sagte: „Es sollte heißen, Gott hat schon Menschen und Tiere geschaffen, aber nicht die Erde selbst.“ (...)
Ein Sprecher der Raboud Universität sagte: „Die neue Interpretation ist eine komplette Umstrukturierung der Schöpfungsgeschichte, wie wir sie kennen.“ Prof. Van Wolde fügte hinzu: „Die traditionelle Sicht von Gott als Schöpfer ist nun unhaltbar.“