bbc.co.uk 18 Mär 2010 Nr. 9081

GB: Atheist schuldig wegen Karikaturen am Flughafen

Antireligiöse Aktivisten haben die Schuldigsprechung eines „militanten Atheisten“ verurteilt, der derbe Bilder im Gebetsraum des Flughafens von Liverpool hinterlegt hatte.

Die National Secular Society forderte, das „drakonische“ Gesetz, welches gegen Harry Taylor eingesetzt wurde, zu ändern.

Der 59jährige Taylor aus Salford gab vor dem Liverpooler Staatsgericht zu, dass er absichtlich schwere religiöse Belästigung, Schrecken oder Leid verursachen wollte.

Die Staatsanwaltschaft meinte, jeder Fall solle nach seinen Gründen behandelt werden. Der Atheist gab zu, Bilder mit wichtigen religiösen Figuren in sexuellen Stellungen hinterlassen zu haben, sagte aber, er habe einfach die Sichtweisen anderer in Frage stellen wollen.

Der Flughafen-Kaplan, der über die Entdeckungen im November und Dezember 2008 „ernsthaft bestürzt“ war, erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei. Taylor wurde auf Kaution freigelassen, das Urteil wird am 23. April gesprochen. Die Höchststrafe für ein derartiges Vergehen liegt bei sieben Jahren Gefängnisstrafe.

Terry Sanderson, Präsident der National Secular Society, sagte, die Staatsanwaltschaft habe Blasphemiegesetze „durch die Hintertür“ hereingebracht.

Er meinte weiter: „Das ist ein beschämendes Urteil, allerdings ein unausweichliches, wenn man dieses verderbliche Gesetz betrachtet. Es scheint unglaublich, dass man im 21. Jahrhundert ins Gefängnis kommen könnte, weil jemand wegen deiner Sicht auf seine Religion „beleidigt“ ist. Das Blasphemiegesetz wurde vor drei Jahren abgeschafft, aber es lebt in Gestalt von schweren religiösen Vergehen weiter und ist damit weitaus gefährlicher. (...)“

Er fuhr fort: „In einer multikulturellen Gesellschaft sollte keiner von uns den Rechtsanspruch darauf haben, nicht beleidigt zu sein. Dieses Gesetz muss dringend geprüft werden.“ (...)
 

Einige der Bilder und weitere Kommentare hier