Der "Vater" der Unabhängigkeitserklärung der USA

Thomas Jefferson

* 13. April 1743 in Shadwell, Virginia, Δ 04. Juli 1826 auf Monticello bei Charlottesville, Virginia;
Staatstheoretiker und 3. Präsident der USA

Er wurde als Sohn einer wohlhabenden Farmerfamilie geboren. Nach seinem Collegeabschluss studierte er Jura und war ab 1767 zunächst selbst als Anwalt tätig. In den 1770er Jahren wurde er Abgeordneter des House of Burgesses (Landtag von Virginia). 1775/76 war er Delegierter des revolutionären Kontinentalkongresses. In dieser Zeit verfasste er nahezu allein den ersten Entwurf für die Unabhängigkeitserklärung der USA. 1776 kehrte er wieder nach Virginia zurück und wurde erneut ins House of Burgesses gewählt. Als Gouverneur von Virginia sorgte Jefferson von 1779–1781 für die Trennung von Kirche und Staat, für eine Reform des Strafrechts sowie die Errichtung öffentlicher Schulen. Von 1785 bis 1789 war er Diplomat in Paris. Er sympathisierte mit der Französischen Revolution und unterstützte die Revolutionäre im Rahmen seiner Möglichkeiten. Unter anderem half er dabei, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte zu entwerfen. Ende 1789 reiste er in die USA zurück und wurde unter George Washington Außenminister.

Jefferson geriet in scharfen Gegensatz zu A. Hamiltons Finanzpolitik und trat aus Protest zurück. Anschließend gründete er die Demokratisch-Republikanische Partei, eine Vorgängerin der heutigen Demokratischen Partei. Ab 1797 war Jefferson Vizepräsident unter J. Adams und wurde 1800 vom Repräsentantenhaus zum Präsidenten gewählt. Er war der 3. Präsident der USA bis 1809. Die wichtigsten Ereignisse seiner Präsidentschaft waren u. a. der Krieg gegen die Barbaresken in Nordafrika (1801–1805) und der Ankauf von Louisiana 1803. Ab 1809 zog er sich aus der Politik zurück und gründete 1819 die University of Virginia in Charlottesville. Er war Vorkämpfer für Menschenrechte und Demokratie. Als politischer Denker verfocht er das Gesellschaftsideal des freien und unabhängigen Farmers auf jeweils eigenem Grund und Boden. Er trat entschieden für die Trennung von Staat und Kirche und für religiöse Freiheit ein, auch in seiner neu gegründeten Universität. Er selbst lehnte den christlichen Offenbarungsglauben ab und bekannte sich zum deistischen Gottesbild der Aufklärung. Er blieb aber Mitglied der Episkopalkirche.

In jungen Jahren plädierte er für eine Abschaffung der Sklaverei bis 1800. Diese Forderung fiel nicht auf fruchtbaren Boden, trotzdem gebührt ihm das Verdienst, dass Verbot der Einfuhr von Sklaven aus Afrika durchgesetzt zu haben (1808). Diesem Beispiel sollten die Kolonialmächte der Karibik bald folgen. Als Gegner der Sklaverei befand er sich dennoch in einem unlösbaren Widerspruch, da er selbst zeitlebens afro-amerikanische Sklaven  hielt. Er wollte offenkundig einen geordneten gesetzlich veranlassten Abschaffungsprozess, der es den betreffenden Staaten und Sklavenhaltern ermöglicht sich anzupassen. Dies wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil die chronische Überschuldung seines ererbten Besitzes einer einseitigen Reduktion des Vermögens durch Freilassung im Wege stand.  Sieben Jahre nach seinem Tod mussten sein Sklaven versteigert werden. Seine spätere Voraussage - die Sklaverei im Süden werde in einem Blutbad enden - erwies sich als prophetisch.

 

Zitat:

„Glaube und Religion ist Angelegenheit jedes einzelnen Mannes und er schuldet keinem Rechenschaft über seinen Glauben oder seinen Gottesdienst, die legitimen Staatsmächte sollen sich nur auf Handlungen stützen, nicht auf Meinungen.“

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Dieser Text basiert unter anderem auf dem Artikel Thomas Jefferson aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz der GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

(Vgl. auch die Biographie Thomas Jefferson von Peter Nicolaisen, Monographie des Rowohlt-Verlages).