Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Antisemitismus, Linke und Nahost-Konflikt

(hpd) Der Soziologe Peter Ullrich nimmt in seinem Buch eine Analyse einschlägiger Debatten um die Einstellung zum Staat Israel im genannten politischen Lager vor. Das Buch beeindruckt durch eine differenzierte und reflektierte Sicht auf das Thema, wirkt aber durch den Abdruck von bereits erschienenen Texten insgesamt aber etwas fragmentarisch.

"Praxisratgeber" zur "Politischen Ethik"

(hpd) Die beiden Göttinger Politikwissenschaftler Walter Reese-Schäfer und Christian Mönter wollen in ihrem Buch eine Art "Praxisratgeber" zur Anwendung "politischer Ethik" vorlegen. Zwar verdienen die zahlreichen präsentierten Beispiele sicherlich Interesse und Reflexion, doch von einer angekündigten Systematik im Sinne eines Handbuchs mit Ausführungen zu Regeln kurzer und mittlerer Reichweite kann leider nicht die Rede sein.

Ideologie und Verbrechen

(hpd) Der Historiker Frank-Lothar Kroll und die Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig legen mit "Ideologie und Verbrechen. Kommunismus und National­sozialismus im Vergleich" einen Sammel­band zum Thema vor, worin zwölf Beiträge unter­schiedlichste Aspekte des Themas behandeln. Darin geht es um durchaus interessante Fall­studien zu Einzel­phänomenen, wobei es aber an allgemeiner gefassten Betrachtungen zum Thema eben auch in der angekündigten vergleichenden Perspektive mangelt.

Studie zu Opfern rechtsextremer Gewalt

(hpd) Die Sozialwissenschaftler Andreas Böttger, Olaf Lobermeier und Katarzyna Plachta legen eine qualitative Studie mit Betroffenen vor, wobei es um den Verlauf und die Verarbeitung einschlägiger Ereignisse, aber auch um die Frage der sozialen Unterstützung danach geht. Eine Arbeit, welche als erster Schritt zur Schließung einer Forschungslücke bezogen eben nicht auf die Täter, sondern die Opfer anzusehen ist.

Kritik der monotheistischen Götter

(hpd) Der Publizist Alfred Binder nimmt in seinem Buch "Jahwe, Jesus und Allah. Eine kurze Kritik der monotheistischen Götter" eine kritische Kommentierung der Vorstellungen von den Göttern und Propheten in den "heiligen Schriften" von Judentum, Christentum und Islam vor.

Rudolf Steiner und die Waldorf-Schulen

(hpd) Die Erziehungswissenschaftlerin und Lehrerin Irene Wagner geht in ihrem Buch "Rudolf Steiners langer Schatten. Die okkulten Hintergründe von Waldorf & Co." auf die bedenklichen esoterischen Einflüsse des Anthroposophie-Begründers auf Lebensmittel, Medizin und Waldorfschulen ein.

Personenkult im 20. und 21. Jahrhundert

(hpd) Der von Thomas Kunze und Thomas Vogel herausgegebene Sammelband "Oh Du, geliebter Führer. Personenkult im 20. und 21. Jahrhundert" präsentiert eine Fülle von Fallstudien zur öffentlichen Huldigung von meist diktatorisch agierenden Politikern. Den überaus interessanten Texten hätte aufgrund ihrer doch mehr beschreibenden Ausrichtung indessen ein Mehr an Analyse und Systematik gut getan.

Die Rettung der dänischen Juden

(hpd) Der Journalist Bo Lidegaard beschreibt in seinem Buch „Die Ausnahme. Oktober 1943: Wie die dänischen Juden mithilfe ihrer Mitbürger der Vernichtung entkamen“ anhand von Augenzeugenberichten ein beeindruckendes Beispiel menschlicher Zivilcourage. Damit bringt er anschaulich und faszinierend ein bedeutendes historisches Ereignis ins Licht öffentlichen Interesses, neigt aber auch mit seiner monokausalen Deutung zu einer Idealisierung der politischen Kultur Dänemarks.

Dogmatisch-fanatischer Salafismus

(hpd) Die Osnabrücker Islamwissenschaftler Rauf Ceylan und Michael Kiefer legen den ersten deutschsprachigen Band zu dieser dogmatischen und fanatischen Strömung unter Muslimen vor. Gerade weil die Autoren sich durch große Sachkenntnis auszeichnen, bedauert man den fragmentarischen Charakter der Darstellung oder das Fehlen von konkreten Beispielen.