Moses’ Thesenanschlag in Münster

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MÜNSTER. (hpd) Am gestrigen Dienstag verliehen die Aktiven vom 11. Gebot ihrer Forderung nach dem Ende öffentlicher Zuschüsse zu Kirchen- und Katholikentagen gleich doppelten Nachdruck: Zunächst platzierten Sie den grimmig dreinblickenden Moses und seine Steintafel direkt vor dem Dom von Münster.

Bereits die Foto-Session mit den lokalen und auch überregionalen Medien bereitete allen Aktiven von GBS, IBKA und “Religionsfrei im Revier” einen “Heidenspaß”. Als gegen Mittag die Kirchenoberen aus dem Dom kamen, wichen sie Moses schnell aus und rauschten in ihren schwarzen Limousinen davon. “Wir warten immer noch auf den ersten Euro von Gott für den Katholikentag!” rief David Farago ihnen hinterher.

Wilfried Theising – einer der fünf (!) Weihbischöfe, den sich das angeblich zu Sparmaßnahmen gezwungen gesehene Bistum Münster leistet – konterte: “Sie müssen aus dem Rheinland kommen, dass Sie 11 Gebote haben – in der Bibel stehen doch nur 10!” Damit offenbarte er unfreiwillig ein großes Problem von Religionen: Sie halten nicht nur an überkommenen Dogmen fest, sondern sie sind auch unfähig ihren Moralkatalog um weitere Regeln zu ergänzen. Immerhin: Die Informationsbroschüre vom 11. Gebot wolle er sich einmal ansehen.

Im Anschluss hieran schlugen die Aktiven symbolisch die folgenden Thesen an die Domtür:

Keine Subventionen für den Katholikentag 2018!
Sie verstoßen gegen:

  1. die verfassungsrechtlich gebotene Trennung von Kirche und Staat
  2. den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz, da nur die römisch-katholische Kirche profitiert
  3. die Religionsfreiheit der nicht-katholischen Bürger Münsters, die die Positionen der katholischen Kirche nicht teilen. Wer eine Party bestellt, der zahlt sie auch!
  4. das kommunalrechtliche Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit: Allein das Bistum Münster verfügt über ein Vermögen von 410 Mio. Euro! Die katholische Kirche benötigt für ihre PR-Feste nicht das Geld nicht-katholischer Steuerzahler!

Das Thesenplakat begleitete die Aktiven anschließend auch bei ihrer Tour mit Moses durch die Innenstadt von Münster. Natürlich gab es auch kritische Blicke – aber der Zuspruch war dennoch überwältigend. “Das muss einmal gesagt werden!” hörten wir oft. Eine Passantin meinte: “Man müsste ein Banner aufhängen, dass von der Domspitze bis zum Domplatz reicht, da man sonst gar nicht alle Kritikpunkte aufzählen kann!”

Des Öfteren empörten sich Katholiken noch mehr als die Nicht- oder Andersgläubigen über den Förderantrag des ZdK bei der Stadt: Immerhin bezahlen sie mit ihrer Kirchensteuer bereits mehr als genug, um auch ein solches Fest zu finanzieren. “Wenn die Stadt Münster hingegen wieder die Eintrittspreise für Museen erhöht oder das Tierheim abschafft, zahlen wir doppelt drauf!”, so ein aufgebrachtes Kirchenmitglied. Neben der wie immer zu erwartenden Bemühung der sog. Caritas-Lüge als Gegenargument, forderte eine Passantin sogar unverhohlen die Aufhebung der erkämpften Trennung von Staat und Kirche: “Gehen Sie doch woanders hin – Sie sind hier in einer katholischen Stadt!” Dass das Grundgesetz auch in Münster gelte, wischte sie mit einer Handbewegung einfach beiseite.

Des Öfteren wurde die Frage gestellt, ob man gegen die Subventionierung unterschreiben könne. Doch die Aktiven wollen die Debatten in den betroffenen Städten lediglich anstoßen. Aus dem Selbstverwaltungsrecht der Kommunen folgt auch, dass die Münsteraner sich selbst wehren müssen gegen diese verfassungswidrige Bezuschussung von Missionierungsfeiern.

Wir empfehlen den Bürgern von Münster daher, insbesondere gegenüber den Stadtratsfraktionen von SPD und GRÜNEN ihren Unmut über diese Subventionierungspolitik zum Ausdruck zu bringen. Denn die CDU wird sich nicht umstimmen lassen und die anderen Parteien sind klar dagegen. Lediglich SPD und GRÜNE grübeln noch, wem sie eher folgen sollen: Unserem Grundgesetz – oder einer steinreichen Lobbyorganisation? Für eine Mehrheit im Stadtrat benötigt die CDU deren Stimmen.

Die Aktiven werden noch bis Donnerstag das 11. Gebot in Münster verkünden.