Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD vom 25. Juli und der nachfolgenden Debatte zu Homophobie und Queerfeindlichkeit stellte sich Islamratschef Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrats, am 1. August im Deutschlandfunk den Fragen zu seinen ZDF-Äußerungen.
Wenn Jesus vor 2.000 Jahren gewusst hätte, was seine Jünger einst mit seinem Namen anstellen würden, hätte er womöglich seine Mission und sein Wirken überdacht. Der „Sohn Gottes“ ist allerdings entschuldigt, schließlich war er überzeugt, dass er mit seinem Kommen das Ende der Zeit eingeläutet hatte. Doch seine Heilsgeschichte nahm eine andere Entwicklung.
Bis 1992 stand in der Stadt Ayodhya, Uttar Pradesh, Indien eine Moschee. Die Babri Masjid war jahrhundertelang ein heiliger Ort des indischen Islam und wurde am 6. Dezember 1992 von einem hinduistisch-nationalistischen Mob niedergerissen. Jahrzehnte später wurde das Gelände dem Hinduismus zugesprochen, mit Hilfe zahlreicher Spenden begann der Bau eines opulenten Tempels. Nun erschüttern Vorwürfe von Veruntreuung und Korruption das Bauprojekt. Ein Blick auf die Geschichte dieses Geländes ist gleichzeitig ein Blick auf die Geschichte der Hindutva, des hinduistischen Nationalismus.
Seit Jahrzehnten weisen Schilder am Ortseingang auf christliche Gottesdienste hin. Als im oberbayerischen Penzberg erstmals auch die Gebetszeiten einer Moschee angekündigt wurden, dauerte es nur wenige Tage bis diese beschädigt wurden. Der Vorfall ist zu verurteilen – wirft aber zugleich eine grundsätzliche Frage auf: Sind Gottesdienstschilder an der Ortseinfahrt überhaupt noch zeitgemäß?
Ein Leserbrief des Pfarrers Winfried Abel sorgt für Empörung: Darin deutet er einen tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD als „Signal des Himmels“ und spricht von „Perversion”. Der Beitrag wirft grundlegende Fragen darüber auf, wo die Grenzen zwischen religiöser Überzeugung, Meinungsfreiheit und der Rechtfertigung von Gewalt verlaufen.
Ein bayerischer Unternehmer hat eine ungewöhnliche Idee, um dem Mitgliederschwund der katholischen Kirche entgegenzuwirken: Eltern, die ihre Kinder taufen lassen, erhalten 500 Euro. Missionierung mit dem Geldbeutel also. Der Erfolg hält sich bislang allerdings in Grenzen.
Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern veröffentlicht achtmal im Jahr die Sendung "Menschsein". Die Sendungen werden von BR 2 innerhalb des Formats "Positionen" ausgestrahlt. An diesem Sonntag um 6:45 Uhr erscheint die neueste Folge.
Die Hagia Sophia ist nicht nur ein byzantinischer Prachtbau, sondern auch ein Symbol für religiöse Machtkämpfe. Jetzt wurden zwei russische Touristen verhaftet, weil sie laut aus der Bibel vorgelesen haben sollen. „Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit“ lautet der Vorwurf.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin greifen die gewohnten politischen Reflexe aus Relativierung, Schuldzuweisungen und Wahlkampf-Spekulationen. Doch das fatale Ritual verfehlt den Kern des Problems: die fundamentalistisch-religiöse Ablehnung der freien Gesellschaft. Um diese wirksam zu bekämpfen, braucht es weder Pauschalverurteilungen noch falsche Rücksichtnahme, sondern eine ehrliche und konsequente Religionskritik.