Petition zur Umwandlung von Bekenntnisgrundschulen gestartet
Foto: © Eva Freude, flickr, (CC BY-NC-SA 2.0)
BERLIN. (hpd) Die Initiative "Kurze Beine – Kurze Wege" hat vor einer Woche eine Petition gestartet, mit der die Stadt Bonn aufgefordert wird, die öffentlichen Bekenntnisgrundschulen in Gemeinschaftsgrundschulen umzuwandeln.
"Der Anlass ist traurig, das Rad wurde nämlich wieder zurückgedreht" schreibt die Initiative "Kurze Beine – Kurze Wege" in einer Pressemitteilung. In den Gründungstagen der Initiative, "als nur die Taufe bei der Aufnahme an öffentlichen Bekenntnisgrundschulen als Kriterium gewertet wurde" gab es eine ähnlich rigorosen Umgang mit Kindern, deren Eltern nicht die "richtige" Konfession hatten. Zwischenzeitlich galt einige Zeit, dass die Entfernung des Schulweges Vorrang hat, "sofern die Eltern sich mit der Schulart einverstanden erklären. Das hat sich durch ein Urteil des OVG NRW als der halbseidene Kompromiss herausgestellt, den wir auch immer als solchen kritisiert haben."
Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat Ende März entschieden, dass Kinder katholischer Eltern vorrangig an katholischen Schulen aufgenommen werden müssen. Durch die Entscheidung des Gerichts ist das Prinzip "Kurze Wege für kurze Beine" erheblich geschwächt worden. In manchen Städten und Regionen Nordrhein-Westfalens haben katholische Grundschulkinder damit erheblich bessere Chancen auf einen kurzen Schulweg als all jene Kinder, die nicht katholisch getauft sind.
Nachdem das Urteil des Oberverwaltungsgerichts deutlich gemacht hat, dass die Rechtslage nichts mehr mit der Realität im Bundesland zu tun hat, sammelt die Initiative seit vergangener Woche Unterschriften für eine Petition, mit der der Bonner Stadtrat aufgefordert wird, "an Bonner öffentlichen Bekenntnisgrundschulen Umwandlungsverfahren in Gemeinschaftsgrundschulen einzuleiten". "Wir versuchen, 500 Unterschriften aus Bonn zu sammeln, selbstverständlich freuen wir uns auch über Unterstützung aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens" heißt es in der Erklärung zur Petition.
Gleichzeitig wendet sich die Initiative mit Briefen an die Bildungsministerin und alle Landtagsfraktionen und fordert dazu auf, tragfähige Lösungen zu finden, damit Kinder auch in NRW unabhängig von ihrem Bekenntnis einen kurzen Weg zur Grundschule haben und gemeinsam an unseren öffentlichen Schulen lernen können.
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Religionen haben in einem
Religionen haben in einem demokratischen Staat und in unserer modernen, progressiven Zeit nichts in der Öffentlichkeit zu suchen und erst recht nichts in Schulen, da alle Religionen regelmäßig irgendeinen oder mehrere Artikel des deutschen Grundgesetzes verletzen und immer noch auf den ungeformten und schutzlosen Verstand junger Menschen ungehindert und unnötig Einfluss nehmen und alles Erdenkliche tun, um sich dieses Privileg auch finanziell zu sichern, indem sie mit den säkularen Mächten der materiellen Welt Allianzen eingehen. Daher werden Diskussionen in den öffentlichen Medien von vorne herein mit fehlgeleitenden Themen geführt ohne den Kern der wirklichen Problematik z.B. der Gefahr der Islamisierung Europas, oder die Verdummung durch die Kirche anzurühren. Der Islam und die Katholische Kirche u.a. gehören nicht als Religionen in eine Demokratie! Sie sind nicht Demokratie fähig! Es gibt auf unserer Mutter Erde ca. 1,4 Milliarden Menschen ohne Religion, Muslime und Christen sind deutlich weniger und z.B. Deutschland trägt überproportional zu dieser Schar der „Ungläubigen“ bei (30 Millionen Menschen, deren Lohnsteuerkarte bei Konfession bloß " -- " zeigt). Diese Tendenz ist steigend. Hierbei sind Hochgebildete, Männer, Städter und Besserverdiener überrepräsentiert. Warum also werden diese Menschen ignoriert und übergangen? Sind sie kein Teil der Demokratie? Haben sie keine Rechte, da offensichtlich das GG nur eine Persiflage ist? Warum werden Agnostiker, Atheisten, Humanisten und Philosophen unserer Zeit nicht ernst genommen? Religionen jedoch mit ihren Hirngespinsten schon?
Mein Kommentar beim
Mein Kommentar beim Unterzeichnen der Petition:
Als (damals noch) evangelischer Schüler an einem katholischen Gymnasium habe ich die Praxis erlebt, dass die nicht-katholischen Schüler handverlesen wurden, was zu einem erkennbar besseren Notendurchschnitt meiner Klasse gegenüber den Parallelklassen führte. Es wird also keine Integration geleistet; stattdessen führt die Möglichkeit der Selektion von bekenntnisfremden Schülern zu einem Wettbewerbsvorteil zugunsten der Bekenntnisschulen, die diesen oft auch noch zur Werbung nutzen und die höheren Leistungen auf eine angeblich bessere Erziehung aufgrund religiöser Werte zurückführen. Die Schüler, die aufgrund dieser Selektion einen längeren Schulweg hinnehmen müssen, werden durch den höheren Zeitaufwand, früheres Aufstehen usw. noch zusätzlich belastet und können auch daher weniger Leistung bringen.
Die durch das OG Münster getroffene Entscheidung führt somit zu einer ungerechten Bevorzugung von Bekenntnisschulen und zur Benachteiligung der Schüler, die aufgrund des Urteils einen längeren Schulweg hinnehmen müssen.