15.3.1943
Mit meinem Körper stirbt auch meine Realität Mehr...
Dokumentation 4 Nov 2009 - 10:11 Nr. 8132
Kölner Dom / Foto: Sascha Bartz (pixelio)
KÖLN. (hpd) Julius Kardinal Meisner hat wieder einmal unmissverständlich bekundet, dass er konsequent undemokratisch ist, jeglichen gesellschaftlichen Pluralismus sowie die Wissenschaft ablehnt und die eigenen historischen Verantwortlichkeiten seiner Kirche weiterhin leugnet. Das sind nicht die Irrungen eines älter gewordenen Mannes, das ist Programm.
Die Gepflogenheiten medialer Öffentlichkeit haben manchmal Elemente einer Zivilgerichtsbarkeit, die erfordert, dass man jeder Falschdarstellung der gegnerischen Seite die Richtigstellung entgegensetzen muss, da sonst die Lügen der Gegenpartei, wenn ihnen nicht widersprochen wird, im Protokoll als zutreffend bewertet werden.
Insofern war es zwingend richtig, dass sich die Giordano Bruno Stiftung vehement gegen die Darstellungen des Kirchenfürsten zur Wehr setzte. Doch Meisners Predigt ist nicht der Ausrutscher eines Konservativen, der bereits über der Zeit auf seinem Bischofstuhl sitzt, sie hat Tradition.
Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten hat im Januar 2008 – anlässlich des seinerzeitigen Soldatengottesdienstes im Kölner Dom – eine kleine Liste mit Meisners Ansichten zusammengestellt, u. a.: (1989 wurde Meisner Erzbischof von Köln.)
In seiner „Allerheiligen-Predigt“ hat Julius Kardinal Meisner u.a. erklärt:
„Über diesem Menschen leuchte nicht mehr der Glanz der Gottesebenbildlichkeit, der ihm seine Würde und Unantastbarkeit gebe, sondern nur noch die Macht menschlichen Könnens. Das System des Nationalsozialismus und des Kommunismus im vergangenen Jahrhundert hat uns gezeigt, wohin das führt: Nicht zu mehr Glück und Freiheit des Menschen, sondern an den Rand des Abgrunds, in letzter Konsequenz zur Abschaffung des Menschen. Dafür stehen die KZ’s und Gulags.“
Darauf braucht es eigentlich nur einen Gegenbeleg zur Nähe der christlichen Religion zum Nationalsozialismus zu geben: Das Koppelschloss der deutschen Wehmacht im Zweiten Weltkrieg

und die Eidesformel der Wehrmacht und (später der Waffen-SS) ab 1935: „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“