Katholische Kirche

Dunkle Wolken über dem Erzbistum Köln

Dass der Kirche ihre Schäfchen davonlaufen, ist nicht neu. Doch inzwischen rebellieren auch jene, die noch in der Kirche geblieben sind. Vor allem im Erzbistum Köln. Dort wenden sich Mitarbeiter des Bistums mit einem Offenen Brief gegen ihren Kardinal, während das Generalvikariat wegen moralischen Bankrotts eine symbolische Absperrung durch die Kirchenreformbewegung Maria 2.0 erfährt. Auch dass die NRW-Finanzverwaltung ein Bußgeldverfahren gegen das Erzbistum eingeleitet hat, dürfte bei Kardinal Woelki und den Seinen die Stimmung nicht gerade heben.  

Und wer spricht mit den Opfern?

Ende Januar 2022 wurde das zweite Münchner Missbrauchsgutachten veröffentlicht, ein Zeugnis des Wegschauens und Versagens von kirchlichen wie staatlichen Stellen. Vorfälle wurden vertuscht, Kirchenleute blieben trotz Vorwürfen ohne Ermittlungen in Amt und Würden, Behörden sahen tatenlos zu. Während Kirchenleute Betroffenheit bekunden, fordern Opfer die Einrichtung einer unabhängigen Ombudsstelle. Eine Bilanz.

Papst Franziskus

Wiedergutmachung für indigene Internatsschüler gefordert

Papst Franziskus muss dafür sorgen, dass indigene Familien in Kanada für das ihren Kindern in Internatsschulen zugefügte Leid entschädigt werden. Dies fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vom Pontifex, der gestern eine sechstägige "Reise der Buße" nach Kanada antrat.

Wo steht Italiens katholische Kirche?

Während es weltweit zig Skandale um Missbrauchsfälle um die katholische Kirche gab war es ausgerechnet in Italien die letzten Jahre still. Betroffene beklagen die fehlende Sensibilität und fordern Aufarbeitung. Ein Betroffenenverband hat gemeinsam mit einer Zeitung ein Onlinearchiv aufgesetzt.

"Vertuschung beginnt nicht erst im Generalvikariat"

Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche ist noch längst nicht vollständig aufgearbeitet. Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass die Strukturen der Kirche selbst den Missbrauch begünstigten. Das ist auch das Ergebnis der jüngst vorgestellten Studie zum Missbrauch im Bistum Münster. hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg sprach hierüber mit dem Leiter der Studie, Prof. Thomas Großbölting.