Forschung

Orang-Utan-Dame im Berliner Zoo

Mehr Orang-Utans auf Sumatra als bisher angenommen

Abholzung bedroht die Großen Menschenaffen

LEIPZIG. (mpg) Der Sumatra Orang-Utan, eine der zwei existierenden Orang-Utan-Arten, lebt ausschließlich im Norden der indonesischen Insel Sumatra und ist vom Aussterben bedroht. Gründe dafür sind Wilderei, Abholzung und die Umwandlung des Lebensraums dieser Menschenaffen in Ackerfläche. Ein internationales Forscherteam hat jetzt umfangreiche Datenerhebungen durchgeführt, um die Zahl der Sumatra Orang-Utans neu zu schätzen. Die Wissenschaftler haben dabei festgestellt, dass noch 14.600 Sumatra Orang-Utans in freier Wildbahn leben – 8.000 mehr als bisher gedacht.

Wien: Forscher untersuchen Anfänge des Bewusstseins an Raben

Das Denken kam mit der List in die Welt

BERLIN. (hpd) Rabenvögel kommen den Verstandesleistungen der Primaten sehr nahe. Schon lange ist bekannt, dass Raben Futter vor Konkurrenten verstecken, also täuschen können. Zwei Biologen und ein Philosoph ersannen nun eine Versuchsanordnung, die beweisen soll, dass diese Tiere mit einem komplizierten Sozialleben sich eine Vorstellung davon machen können, was die Absichten ihrer Artgenossen sind, auch wenn sie diese nicht sehen, also ihr Verhalten nicht im Blick haben.

Interview

Terrorismusforschung: "Wir tappen immer noch im Dunkeln“

BERLIN. (mpg) Carolin Görzig baut seit August 2015 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut (MPI) für ethnologische Forschung in Halle auf. Sie will besser verstehen, wie Terrororganisationen aus ihren Fehlern und Erfolgen lernen und welche Auswirkungen dies auf deren taktischen, operativen und strategischen Entscheidungen hat. Das MPI sprach mit ihr über das Forschungsvorhaben, die Feldforschung und die Schwierigkeit, mit Terroristen in Kontakt zu treten.

Angststörungen

Persönliches Umfeld prägt psychische Verfassung

MÜNCHEN. (mpg) Angststörungen sind die am weitesten verbreitete psychische Erkrankung: Mindestens einer von fünf Erwachsenen ist davon betroffen. In ihrer neuesten Studie haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München gezeigt, dass ein Enzym namens Dnmt3a einen entscheidenden Anteil daran hat, wie die vordere Hirnrinde durch Stress ausgelöste Angst vermittelt. Eine Manipulation dieses Enzyms könnte einen erfolgversprechenden neuen Ansatzpunkt für verbesserte Therapiemöglichkeiten von Angststörungen bieten.

Warum in Forschung investiert werden muss

Forschung für ein Almosen

BERLIN. (hpd/pdh) Aus einer empirisch-historischen Sichtweise heraus lässt sich selbst ohne übertriebenes Pathos mit Fug und Recht behaupten, dass Grundlagenforschung auf dem Feld der Naturwissenschaften zunächst einmal den direkten Grundstock für jeglichen technologischen Fortschritt legt und in Folge dessen die Basis für die Entwicklung moderner industrieller Gesellschaften und deren wirtschaftlichen Wohlstand schafft.

Bis 2050 könnten 6,6 Millionen Menschen an der Belastung der Luft mit Schadstoffen sterben

Mehr Tote durch Luftverschmutzung

MAINZ. (mpg) Jedes Jahr sterben weltweit 3,3 Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Diese Zahl könnte sich bis 2050 verdoppeln, wenn die Emissionen ähnlich ansteigen wie bisher – das hat die Studie eines Teams um Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz ergeben. Die Hauptquellen für schlechte Luft sind überraschenderweise nicht Industrie und Verkehr, sondern häusliche Kleinfeuer und die Landwirtschaft.

Drei männliche Schimpansen aufgeregt rufend auf einer Lichtung, Hoima-Distrikt, Uganda.

Schimpansen arrangieren sich mit dem Verlust von Wäldern

LEIPZIG. (hpd/mpg) Das Sammeln von Kotproben und die Analyse des darin enthaltenen Erbguts brachte ein Forscherteam auf die Spur einer unerwartet großen Schimpansenpopulation: Etwa dreimal so viele Tiere wie erwartet leben in zerstückelten Waldgebieten in der Nähe menschlicher Siedlungen in Uganda. Schimpansen scheinen also, zumindest auf kurze Sicht, besser mit der Lebensraumverschlechterung umgehen zu können als bisher angenommen.

Bonobo-Mädchen im Berliner Zoo

Eine weitere Vorstufe zur Sprachlichkeit entdeckt

Die Baby-Piepser der Bonobos

BERLIN. (hpd) Junge Eltern meinen oft genau zu wissen, warum ihre Säuglinge ihre Pieps-Laute ausstoßen. Warum es die Bonobos im Kongo tun, wissen die Forscher der Universitäten Birmingham und Neuenburg Zanna Clay, Jahmaira Archbold und Klaus Zuberbühler nicht. Die Laute werden von diesen Primaten zu den vielfältigsten Anlässen ausgestoßen, beobachteten sie, und genau deshalb sehen die drei Wissenschaftler in ihnen einen Schritt zur Sprache.