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Udo Endruscheit

Artikel des Autoren

Die Homöopathiedebatte und der Paradigmenwechsel in der Medizin

Die Homöopathie ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich erledigt. Ihre Annahmen zur Entstehung von Krankheiten und zur Funktion des Körpers wurden – wie unzählige andere vorwissenschaftliche Vorstellungen – durch die Zellularpathologie Rudolf Virchows und die rasant darauffolgenden medizinwissenschaftlichen Entdeckungen und Entwicklungen ad absurdum geführt. Die Grundannahmen von Samuel Hahnemanns Lehre sind unhaltbar.

Globuli

Warum die Homöopathen die GWUP-Challenge nicht ignorieren sollten

Die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) und ihr homöopathiekritischer Zweig, das "Informationsnetzwerk Homöopathie" (INH), haben bei der Skepkon in Köln die Auslobung eines Preises in Höhe von 50.000 Euro für homöopathische Forscher bekannt gegeben. Derjenige, der als erster in zwei Durchgängen drei von ihm selbst vorher gewählte homöopathische Hochpotenz-Mittel (C30) unterscheiden und identifizieren kann und dies mit einer reproduzierbaren Verfahrensbeschreibung belegt, erhält diesen Preis.

"Münsteraner Memorandum Homöopathie" veröffentlicht

Sicher sind einigen Lesern noch die Beiträge aus dem vorigen Jahr in Erinnerung, die in der Folge des "Münsteraner Memorandums Heilpraktiker" die Reaktionen der Heilpraktikerszene aufgriffen, die im wesentlichen aus zwei Faktoren bestanden: Zum einen aus "whataboutism", also dem ebenso sachfremden wie befremdlichen Hinweis des "die da aber auch…" und aus offener Diskreditierung der anderen Seite. Es kam dabei, wie man sich erinnern kann, praktisch gar nicht zu einem Austausch von Argumenten.

Screenshot aus dem Lancet mit dem berühmten "RETRACTED"-Vermerk auf der Wakefield-Veröffentlichung

Jahrestag einer Lüge

Der 28. Februar 1998 – heute vor 20 Jahren – ist in die Medizingeschichte eingegangen als der Beginn einer der größten Medizinskandale überhaupt. An diesem Tag hatte "The Lancet" die Studie eines gewissen Andrew Wakefield veröffentlicht, die bis heute die Impfgegnerszene beflügelt, Eltern verunsichert, Verantwortlichen für das Impfwesen die Haare zu Berge stehen lässt und Wakefield selbst nach wie vor einen höchst zweifelhaften Ruhm verschafft, den er zum eigenen Vorteil auszuschlachten versteht. Darüber hinaus hat die "Autismus-Lüge", wie diese Geschichte durchweg in der Fachwelt genannt wird, zweifellos ihren Anteil an der beklagenswerten Wissenschaftsfeindlichkeit, die leider derzeit den Zeitgeist beherrscht.

Reichstagsgebäude in Berlin, Sitz des Deutschen Bundestags

Religion und republikanischer Staat

Ein grelles Schlaglicht auf die Bewusstseinslage in Sachen Staat und Religion wirft die Debatte über die Äußerungen des AfD-Politikers Albrecht Glaser, dem von den anderen Fraktionen des Bundestages das Amt des Alterspräsidenten verweigert wurde, weil er "dem Islam die Religionsfreiheit absprechen" wolle. Man darf wohl konstatieren, dass der Mangel an Sachkenntnis in dieser immerhin parlamentarischen Debatte allenfalls von ihrer Peinlichkeit überboten wurde, was nichts damit zu tun hat, wie man zur Person Glaser stehen mag.

Schluckimpfung im Kindergarten 1960

Impfen hilft!

Der Polio-Tag am 28.10. eines jeden Jahres ist ein Tag der Erinnerung an die Zeiten, in denen die Kinderlähmung noch eine ganz konkrete Bedrohung, ein Gespenst für Eltern und Kinder war. Der Tag wurde gewählt zu Ehren von Jonas Salk, geboren am 28. Oktober 1914, dem Entwickler des ersten Polio-Impfstoffs. Das war ein Totimpfstoff, der per Injektion verabreicht wurde. Die spätere – als so angenehm empfundene – Schluckimpfung (Sabin-Methode), die bei der Einführung der Polioimpfung in Deutschland zum Einsatz kam, war dagegen ein Lebendimpfstoff, der damals noch deutlich höhere Komplikationsrisiken barg. Heute wird durchweg mit weiterentwickelten Totimpfstoffen gearbeitet.

Globuli

Abschied vom Paralleluniversum

Da gibt es eine Geschichte, über 200 Jahre alt. Ein Gedankengebäude zur Medizin, eines unter vielen der damaligen Zeit. Diese Geschichte gewann ein gewisses Renommee, da sie viele Fehler bisheriger Methoden vermied und deshalb fälschlicherweise für "richtig" gehalten wurde. Ihre Grundlagen waren aber eine Mischung aus vorwissenschaftlichen, teilweise mystischen Überlieferungen, garniert mit Hypothesen, die aber nicht mehr taten, als eine verführerische Schlüssigkeit und Einfachheit des Systems vorzugaukeln. Natürlich – wir sprechen von der Homöopathie.