Wissenschaft

Eingang der Vindija-Höhle in Kroatien, einer der Fundstätten, in denen die Wissenschaftler Urmenschen-DNA im Sediment nachweisen konnten.

Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten "fischten" sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen.

Abschlusskundgebung auf dem Pariser Platz

"Auf hohlen Köpfen ist gut trommeln!"

Am vergangenen Samstag gingen deutschlandweit 37.000 Menschen auf die Straße, um für eine stärkere Beachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik und Gesellschaft zu demonstrieren. Die Veranstalter werteten den "Science March Germany" als Erfolg, vereinzelt kam aber auch Kritik an den Zielen und der Ausrichtung der Demos auf. Der hpd sprach mit dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon, der den Science-Marsch als Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt hat.

"Jetzt sind Politik, Medien und Wissenschaftler gefragt"

"Es war ein deutliches Zeichen, das die Leipziger Bürger gestern gesetzt haben!", sagt Birte Sedat von den Organisatoren des "March for Science Leipzig".  Laut Zählung der Polizei haben gestern 1.100-1.200 Menschen in der Leipziger Innenstadt für die Bedeutung und die Freiheit von Wissenschaft demonstriert.

March for Science, 22.4.2017

Eine Kerze in der Dunkelheit

Nicht einfach gegen die Politik eines einzelnen Mannes, sondern gegen den Fakten-verleugnenden Populismus weltweit setzte der "March for Science" in über 500 Städten weltweit ein Zeichen. Unter diesen, mit deutlich über 1000 Teilnehmern aus Wissenschaft, Politik und allgemeiner Bevölkerung war auch Heidelberg – als eine von über 20 deutschen Städten.

Tanja Gabriele Baudson, Mitinitiatorin des deutschen "March for Science"

Warum am Samstag in 22 deutschen Städten Wissenschaftler beim "March for Science" auf die Straße gehen

In den USA marschieren am Wochenende mehr als 100.000 Wissenschaftler, und auch in Deutschland findet am Samstag in mehr als 20 Städten der "March for Science" statt. Wir haben mit der Mitinitiatorin in Deutschland, der Bildungsforscherin Tanja Gabriele Baudson, über die Beweggründe gesprochen und warum sich Wissenschaftler plötzlich in der Defensive fühlen.

einfach mal Pause machen...

Tagträume sind mehr als nur ein Fehler im System

Wenn wir mit unseren Gedanken von der eigentlichen Situation abschweifen, in der wir uns gerade befinden, werden solche Tagträume häufig als Aussetzer unserer Aufmerksamkeit abgetan. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Universität York in England haben nun herausgefunden, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann: Wenn wir gezielt unseren Gedanken nachhängen, arbeiten bestimmte Hirnstrukturen sogar effektiver zusammen, die für unsere kognitive Kontrolle zuständig sind. Das könnte auch erklären, warum manche Menschen davon profitieren können, wenn sie ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Dr. Michael Schmidt-Salomon

Die 10 Gebote der Rationalität

Am 22. April 2017 kommt es in mehr als 400 Städten weltweit (auch in Deutschland!) zu Demonstrationen für eine stärkere Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Entstanden ist die sogenannte "Science March"-Bewegung in den USA nach Donald Trumps Sieg bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn sucht man nach dem hervorstechendsten Merkmal "Trumpscher Regierungskunst", so ist es die Missachtung sämtlicher Standards der rationalen Argumentation. 

Was Schimpanse und Mensch trennt...

Schimpansen zeigen wo es langgeht

Michael Tomasello war sich sicher: Tiere zeigen einander nichts, auch Menschenaffen nicht. Sie unterweisen einander auch nicht, untermauerte Tetsuro Matsuzawa die Grenzlinie. Nun tun sie es vielleicht doch? Am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie halfen Schimpansen und Orangs einem scheinbar Suchenden auf die Sprünge, wie man es bislang nur von menschlichen Kleinkindern weiß.