Wissenschaft

Runen

Das SS-Ahnenerbe und der lange Atem der Pseudowissenschaft

Im Schatten der Runen

Von außen glich es einem akademischen Zirkel. Ein wenig altdeutsch, ein wenig abenteuerlustig. Männer in Tweedjacken, mit Notizbüchern und Maßbändern in Händen, auf Reisen in den Himalaya, in norwegische Fjorde oder auf den Balkan. Doch hinter der Fassade verbarg sich ein ideologisches Projekt, dessen Ziel nicht die Wahrheit war, sondern die Legitimierung von Herrschaft. Es nannte sich "Forschungs- und Lehrgemeinschaft Das Ahnenerbe e.V." – und es war eines der gefährlichsten Instrumente im pseudowissenschaftlichen Arsenal des Nationalsozialismus. Der Blick auf seine Geschichte zeigt die Gefahren, wenn Wissenschaft sich einer Ideologie andient.

Warum Schwurbler schwurbeln: Die Rolle der "Core Knowledge"

Wer schwurbelt, erzählt Unsinn. Damit könnte das Thema schon ad acta gelegt werden - es wäre so einfach. Allerdings schwurbeln dafür zu viele, als dass man es einfach ignorieren könnte. Ob Religion, Esoterik, Parapsychologie oder Verschwörungstheorien (die Liste ließe sich lange weiterführen), allesamt liefern sie genug Stoff für Pseudoerzählungen die nur darauf warten, auf die Welt losgelassen zu werden.

Rezension

Der Wert der Wahrheit

"Gerade in Zeiten, in denen Debatten oft mehr von Vorurteilen oder Emotionen als von Argumenten geprägt sind, ist die Wahrheit für Wissenschaft und Gesellschaft von besonderem Wert". Mojib Latif, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, präsentiert als Herausgeber 16 Essays renommierter Forscherinnen und Forscher aus den Natur- und Geisteswissenschaften zu brisanten Fragen, die uns als Gesellschaft bewegen. Klimawandel, Migration, Verschwörungserzählungen, Wissenschaftsfeindlichkeit – in Zeiten von Krisen und angesichts wachsender antidemokratischer Kräfte stellt sich die Frage nach Wahrheit in aktueller Weise.

Symbolbild

Interview

"Wir haben es mit einer grundsätzlichen Infragestellung von Wissenschaft zu tun"

Am 8. März war Internationaler Frauentag. Seit er 1911 ins Leben gerufen wurde, sind viele Dinge passiert, auf die seitdem insbesondere die Geschlechterforschung blickt. Einiges wurde erreicht, an anderen Stellen gibt es Nachholbedarf. Aktuell – zum Beispiel in den USA – zeichnen sich Entwicklungen ab, die Gleichstellungsbemühungen konterkarieren und bereits Erreichtes rückgängig machen.

Kann weg, weil woke – Das Ende der US-Wissenschaften

Mit einer simplen, kontextlosen Stichwortsuche meint Ted Cruz, Milliarden an Fördergeldern für "woke" Wissenschaftsprojekte entdeckt zu haben. Das Weiße Haus streicht wie im Fieberwahn die staatlichen Forschungsgelder zusammen. Diese Politik der Kettensäge wird die US-amerikanische Wissenschaftslandschaft nachhaltig zum Schlechteren verändern.

Podiumsdiskussion

Das Symposium Kortizes 2024

Unbewusste Prozesse im Fokus

"Iss Popcorn", "Trink Cola!", mit diesen Werbebotschaften sollten amerikanische Kinobesucher 1957 zum Konsum angeregt werden. Der Clou: Die Werbung erschien jeweils nur für Sekundenbruchteile auf der Leinwand – zu kurz, um bewusst bemerkt zu werden. Und tatsächlich sei der Verkauf beider Produkte deutlich angestiegen, hieß es. Ist es also möglich, Menschen mit subliminalen, d. h. unterschwelligen Reizen zu manipulieren, ohne dass es ihnen bewusst ist? Die Behauptung löste einen Aufschrei der Entrüstung aus, subliminale Werbung wurde in den USA verboten.

Andreas Edmüller beim Düsseldorfer Aufklärungsdient

Andreas Edmüller und seine Attacke gegen wokes Denken

"Frontalangriff auf die Werte von Wissenschaft und Aufklärung"

Andreas Edmüller, Privatdozent an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, drückt sich nicht um eine klare Position: Bei einer Veranstaltung des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (DA!) bespricht er ein Beispiel für Wokeness aus Neuseeland. Und überträgt dies auf die Diskussionskultur auch hierzulande. Mit dem Ergebnis: Wokeness und Aufklärung seien nicht miteinander vereinbar.

Das Turiner Grabtuch

Das Turiner Grabtuch: Stoff für Legenden

Einige Christen verehren das Turiner Grabtuch als Leichentuch Christi. Doch eine überwältigende Anzahl von wissenschaftlichen Befunden spricht dafür, dass es sich bei dem Stoffstreifen mit dem Umriss einer menschlichen Gestalt um das Werk eines mittelalterlichen Künstlers handelt. Ein spanischer Forscher liefert nun eine weitere Bestätigung.