Forschung

Schimpanse

Menschenaffen teilen Futter nur mit dem, der ihnen zuvor geholfen hat

Schimpansen belohnen Gefälligkeiten

Für uns Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wir belohnen andere als Zeichen unserer Dankbarkeit. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie und für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig haben nun ähnliche soziale Verhaltensweisen auch bei Schimpansen nachgewiesen. In einem Verhaltensexperiment belohnt ein Tier ein anderes mit Futter, wenn dieses ihm zuvor geholfen hat. Offenbar hat nicht erst der Mensch aus diesem Grund kooperiert, schon der Vorfahr von Mensch und Schimpanse hat offenbar aus einer ähnlichen Motivation heraus untereinander geteilt. Die Studie zeigt, warum Schimpansen dies tun und bestätigt Ergebnisse aus der Spieltheorie.

Die ersten unserer Art

Forscher entdecken in Marokko die bislang ältesten Fossilien unserer Art

Der Homo sapiens ist älter als gedacht

Neue Fossilien und Steinwerkzeuge aus Jebel Irhoud (Marokko) belegen den Ursprung des heutigen Menschen vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Diese Fossilien sind rund 100.000 Jahre älter als die ältesten bislang bekannten Homo sapiens-Funde und dokumentieren, dass bereits vor zirka 300.000 Jahren wichtige Veränderungen im Aussehen und Verhalten des modernen Menschen in ganz Afrika stattgefunden haben.

Star mit Futter

Jennifer Ackerman schreibt über "Die Genies der Lüfte"

Die Kultur der Vögel

Die Vögel sind in der Kognitionsforschung heute, was gestern die Bonobos waren. Immer neue Untersuchungen beschäftigen sich mit ihren erstaunlichen mentalen Fähigkeiten. Die Biologin und seit ihrer Kinderzeit Vogelbeobachterin Jennifer Ackerman, die für den "Scientific American" und das "New York Times Magazin" schreibt, näherte sich ihnen in "Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Fähigkeiten der Vögel" auf eine sehr persönliche Weise.

Altägyptischer Pfostensarg

Forscher entschlüsseln erstmals Genome ägyptischer Mumien

Einem internationalen Forschungsteam unter Federführung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena ist es erstmals gelungen, das komplette Erbgut ägyptischer Mumien zu entschlüsseln. Die in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Während heutige Ägypter genetisch enger mit den Bewohnern Afrikas südlich der Sahara verwandt sind, ähnelten die alten Ägypter genetisch den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens.

Ähnlich wie Vögel und Säugetiere verfügen Geckos über ein komplexes Kommunikationssystem

Reptil passt Rufe an Umgebungslautstärke an

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen fanden beim Tokeh, einem nachtaktiven Gecko aus Südostasien, heraus, dass die Rufdauer in einer lauten Umgebung zunimmt. Die Lautstärke der Rufe änderte sich nicht; bei Umgebungslärm produzierten die Tiere jedoch mehr lautere Silbenanteile als in ruhiger Umgebung. Vokale Plastizität ist vermutlich aus der Notwendigkeit heraus entstanden, beim Kommunizieren auch gehört werden zu müssen, und das mehrmals unabhängig voneinander im Tierreich.

desmodus rotundus

Vampire bauen auf soziale Absicherung

Gegenseitige Hilfe unter Blutsaugern

Die Theorie des "social bet-hedging", der "sozialen Wette", gilt auch für die Vampire. Blutsaugenden Fledermäuse unterstützen sich gegenseitig. In Gruppen lebende Weibchen helfen einander mit Nahrung aus, indem sie ihre Bluternte hervorwürgen und von ihren bei der Nahrungssuche leer ausgegangenen Artgenossen aufsaugen lassen. Untersuchte DNS eröffnete, inwieweit dabei Verwandtschaft eine Rolle spielt. Das Ergebnis: Nicht nur.

Nicht jeder kann es schaffen

Was bedeutet es, ein erfolgreiches Leben zu leben? Und haben alle Menschen dabei die gleichen Chancen? Diesen Fragen geht der Professor für Kriminologie und Strafjustiz an der University of Saint Louis, Brian Boutwell in seinem Essay nach. Für den hpd hat Tobias Wolf den Text übersetzt.

Hans-Günther Bauer während Kartierungen in den Alpen

Kampf gegen den Rückgang vieler Vogelarten

Rote Listen für mehr Vogelschutz

Hans-Günther Bauer kämpft seit mehr als 20 Jahren gegen den Rückgang vieler Vogelarten und setzt sich für mehr Wildwuchs in der Landwirtschaft, in Wäldern und Gärten ein. Wir sprachen mit dem Koordinator des nationalen Rote-Liste-Gremiums Vögel darüber, warum viele Vogelarten in Deutschland bedroht sind, wie regionale Konzepte greifen und internationale Zusammenarbeit aussieht.

Bonobos bei der gegenseitigen Fellpflege.

Kriegerische Auseinandersetzungen könnten Unterschiede erklären

Unterschiedliche Sozialstrukturen bei Schimpansen und Bonobos

Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Daten über mehrere frei lebende Schimpansen- und Bonobogruppen miteinander verglichen und herausgefunden, dass Schimpansen sich lieber mit Angehörigen ihres eigenen Geschlechts umgeben. Bonobos beider Geschlechter hingegen suchen am liebsten die Nähe zu weiblichen Tieren. Grund für diese Vorliebe sind die jeweils unterschiedlichen Kooperationsziele beider Tierarten.

Eingang der Vindija-Höhle in Kroatien, einer der Fundstätten, in denen die Wissenschaftler Urmenschen-DNA im Sediment nachweisen konnten.

Forscher können mit neuer Methode alte DNA aus Höhlensedimenten identifizieren

Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten "fischten" sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen.