Forschung

einfach mal Pause machen...

Tagträume sind mehr als nur ein Fehler im System

Wenn wir mit unseren Gedanken von der eigentlichen Situation abschweifen, in der wir uns gerade befinden, werden solche Tagträume häufig als Aussetzer unserer Aufmerksamkeit abgetan. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Universität York in England haben nun herausgefunden, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann: Wenn wir gezielt unseren Gedanken nachhängen, arbeiten bestimmte Hirnstrukturen sogar effektiver zusammen, die für unsere kognitive Kontrolle zuständig sind. Das könnte auch erklären, warum manche Menschen davon profitieren können, wenn sie ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Was Schimpanse und Mensch trennt...

Nicht nur Menschen können auf etwas hinweisen

Schimpansen zeigen wo es langgeht

Michael Tomasello war sich sicher: Tiere zeigen einander nichts, auch Menschenaffen nicht. Sie unterweisen einander auch nicht, untermauerte Tetsuro Matsuzawa die Grenzlinie. Nun tun sie es vielleicht doch? Am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie halfen Schimpansen und Orangs einem scheinbar Suchenden auf die Sprünge, wie man es bislang nur von menschlichen Kleinkindern weiß.

Entstehung sozialer Kompetenz durch das Leben in der Gruppe.

Komplexe Sozialstrukturen machen Vögel schlau

Die Rabengangs

Was macht Affen, Elefanten und Delphine schlau? Das Zusammenleben in großen komplizierten Sozialstrukturen, in sogenannten Fission-Fusion-Societies. Doch das gilt nicht nur für diese Säuger, erkannten österreichische Forscher zusammen mit französischen und italienischen Kollegen, so der Wiener Matthias Loretto. Auch Kolkraben, vor allem die Youngster unter ihnen, leben in Gangs und haben Freunde und Feinde.

Nathan Emery erforscht die gefiederte Intelligenz

Wenn Raben an einem Strang ziehen

Gefiederte Affen – "feathered apes" – nennt Nathan Emery gern die Einsteins unter den Vögeln: die Raben, Saatkrähen, Häher und Elstern, die, so entdeckt man Stück für Stück, alles das können, was man bisher nur Bonobo & Co. zutraute. Mit "Bird Brain", zuerst durch die Princeton University Press veröffentlicht, schrieb er ein packendes und konzises Kompendium der ornithologischen Kognitionsforschung der letzten 25 Jahre.

Ein Meeresbiologe über das Denken und Fühlen der Tiere

Die Intelligenz der Tiere

Der Meeresbiologe Carl Safina berichtet in seinem Buch "Die Intelligenz der Tiere. Wie Tiere fühlen und denken" von entsprechenden Eindrücken bei seinen Beobachtungen bei Elefanten, Killerwalen und Wölfen. Er macht dabei anschaulich auf die Empathie und Solidarität unter Tieren aufmerksam, wobei er mehr seine Beobachtungen referiert und weniger systematische Reflexionen anstellt.

Jaguar vs. Ameisenbär (Screenshot)

Forschung mit Kamerafalle und GPS-Transpondern

Nicht nur Ameisenbären – "Die Supernasen" von Lydia Möcklinghoff

Ihre Arbeitsgeräte sind Kamerafallen und GPS-Transponder. Die machen es Lydia Möcklinghoff möglich, das heimliche Leben des Ameisenbären im Sumpfland Brasiliens an der Grenze zu Argentinien und Uruguay zu erkunden. Ihre Kollegen erforschen auf ähnliche Weise das Leben der Lemminge in Grönland oder der Kob-Antilopen in Elfenbeinküste. Darüber, wie Zoologen und Ökologen heute arbeiten, hat Lydia Möcklinghoff nun das Buch "Die Supernasen" geschrieben.

Mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze wollen Neurobiologen den Schaltplan des Gehirns entschlüsseln.

Neurobiologen programmieren neuronales Netz zur Schaltkreisanalyse des Gehirns

Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Verbindungsschaltplan des Gehirns bekannt. Der Grund dafür ist nicht zuletzt ein Zeitproblem, denn das Aufspüren von Verbindungen in gewonnenen Daten würde viele Menschenleben an Arbeitsstunden benötigen, da bisher kein Computer die Zellkontakte zuverlässig genug identifizieren konnte. Dies wollen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried nun mit Hilfe künstlicher Intelligenz ändern. Sie haben mehrere künstliche neuronale Netze so trainiert, dass nun eine enorm beschleunigte Rekonstruktion von Nervenzellschaltplänen möglich ist.

Komplexe Markierung für die DNA-Reparatur

Studie offenbart "blinde Flecken" in der Wissenschaft

DNA-Reparatur: ein neuer Buchstabe im Zellalphabet

Das Erbgut in unseren Zellen muss ständig repariert werden, um die Entstehung von Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, zu verhindern. Dafür schickt die Zelle "Reparatur-Proteine" zu den geschädigten Bereichen der DNA. Um diese zu steuern, haben Zellen ein präzises Alphabet entwickelt. Jetzt haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns einen neuen Weg entdeckt, wie ein Buchstabe dieses Zellalphabets mit Proteinen verknüpft wird. Diese neue Proteinmodifikation, genannt Serin-ADP-Ribosylierung, wurde jahrzehntelang von Wissenschaftlern übersehen. Daher offenbart diese Studie auch, wie in der Wissenschaft "blinde Flecken" entstehen können.