Forschung

Das letzte Porträt von Alexander von Humboldt von Julius Schrader (1859). Im Hintergrund der Chimborazo.

Nachlass des Naturforschers vollständig digitalisiert

Humboldt im Netz

In einem gemeinsamen Projekt haben die Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz und die Universität Potsdam drei Jahre lang die Amerikanischen Reisetagebücher des Wissenschaftlers Alexander von Humboldt erschlossen und digitalisiert. Nun können Humboldts Beobachtungen weltweit erforscht werden.

Junges Weißbüscheläffchen

Wie Marmoset-Äffchen erwachsen werden

Baby-Sprech bei den Weißbüschel-Äffchen

Nicht nur Menschen-Babys, auch die Weißbüschelaffen-Babys verfügen über eine Art "Baby-Sprech", das sich zwar anhört, als wollten sie etwas mitteilen, das aber nichts Bestimmtes bedeutet. Wachsen sie nicht mit ihren Eltern auf, bleiben sie lange in dieser Phase stecken oder mischen ihr "Baby-Babbeln" auch später noch immer wieder solchen Lauten mit gezielter Kommunikation unter.

Labormaus

Max-Planck-Gesellschaft verabschiedet Grundsatzerklärung zu Tierversuchen

Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat eine Grundsatzerklärung (White Paper) zum Thema "Tierversuche in der Grundlagenforschung" verabschiedet. Die Max-Planck-Gesellschaft betont darin die Unverzichtbarkeit von Tierversuchen, bekennt sich aber auch zur besonderen Verantwortung des einzelnen Wissenschaftlers für die Versuchstiere und die mit Untersuchungen an Lebewesen verbundenen ethischen Probleme. Verschiedene Maßnahmen sollen verstärkt zum Wohlergehen der Tiere beitragen und eine Kultur der Fürsorge für die Tiere fördern.

Katta-Gruppe

Alison Jolly erforschte die Geschichte der Affengesellschaften

Frauenpower bei den Lemuren

Jane Goodall, Dian Fossey und Bituré Galdikas – drei Frauen, die legendär geworden sind. Feldforscherinnen der ersten Stunde. Alison Jolly studierte nicht wie sie Menschenaffen, sondern die Lemuren auf Madagaskar im Berenty Nationalpark, besonders die ringelstreifen-schwänzigen Kattas. Ihre Resultate sind nicht weniger spektakulär. So beobachtete sie in den achtziger Jahren erstmals die Frauenpower der Kattaweibchen über die Männchen.

Großeltern mit Enkelkind

Aktuelle Studie über das Altern

Wer sich um andere kümmert, lebt länger

Eine aktuelle Studie untersucht den Zusammenhang von Altruismus und Lebenszeit. Dabei zeigte sich, dass ältere Menschen, die andere unterstützen, länger leben. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Evolution and Human Behavior veröffentlicht. Daran beteiligt waren Forschende der Universität Basel, der Edith Cowan University, der University of Western Australia, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin.

Goffin-Kakadu fertig sich Werkzeuge aus Pappe an

Kunst kommt von Probieren

Kakadus fertigen sich Werkzeuge

Goffin-Kakadus können nicht nur Werkzeuge benutzen, um an einen Leckerbissen heranzukommen. Sie können sie sich auch selbst herstellen. Dazu setzen sie nicht Instinkt ein, schauen es auch nicht voneinander ab, sondern entwickeln wahren Erfindergeist. Das fand man am Veterinärmedizinischen Institut Wien heraus. Parallelversuche wurden in der Universität Oxford gemacht.

Makaken

Makaken besitzen möglicherweise Fähigkeiten zum Lernen von Sprache

Affen verarbeiten komplexe Silbensequenzen

Die menschliche Sprache ist einzigartig. Auch wegen der Grammatik – also der Fähigkeit, mit Wörtern nach bestimmten Spielregeln potentiell unendlich viele verschiedene Sätze zu bilden und zu verstehen. Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Newcastle University haben nun herausgefunden, dass auch Affen komplizierte Regeln innerhalb von Silbenfolgen entdecken können. Das Gehirn von Makaken ist beim Hören komplexer Silbenkombinationen in ähnlicher Weise elektrisch aktiv wie das von drei Monate alten Babys. Affen besitzen somit wahrscheinlich "Vorläuferfähigkeiten" für den Spracherwerb.

Forschung an nicht einwilligungsfähigen Demenzkranken

Hüppe fürchtet Dammbruch in der Demenzforschung

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe befürchtet nach der jüngsten Arzneimittelreform einen Dammbruch zulasten demenzkranker Menschen. Hüppe wertete den Beschluss des Bundestages für eine Ausweitung klinischer Arzneimittelstudien an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen, also etwa Demenzkranken, als Tabubruch. Der Wochenzeitung "Das Parlament" sagte der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, nach der 2004 beschlossenen fremdnützigen Forschung an Kindern sei dies nun der nächste Schritt, und es würden sicher weitere folgen.

Bis zu zehn Monate bleiben Mauersegler in der Luft

Ein Leben im Flug

Bis zu zehn Monate können Mauersegler ununterbrochen in der Luft bleiben, ohne zu landen, diese Erkenntnis publizierte unlängst Anders Hedenström, Ornithologe der Universität Lund, in der online erscheinenden Zeitschrift "current biology". Transponder übermittelten entsprechende Daten.

Die einzige Erhebung auf Clipperton: The Rock

Meeresforschung

Clipperton, die vergessene Insel

Als ich im Hafen von San Diego unser Expeditionsschiff erblickte, ging ein langjähriger Wunsch in Erfüllung. Erst einmal zuvor, nämlich 1958, hatten Kollegen vom Smithsonian Institut in Washington DC die Unterwasserwelt um Clipperton Island im Ostpazifik erforscht, aber sie waren nur mit Netzfängen zurückgekehrt. Unsere Expedition 40 Jahre später hingegen sollte auch unter Wasser fotografieren und filmen. So wollten wir den natürlichen Lebensraum der oft endemischen Riffbewohner wie Kaiserfische und Riffbarsche dokumentieren. Das machte alles viel aufregender. Dank mehrerer Sponsoren war es einigen Wissenschaftlern in unserem 20-köpfigen Team überhaupt möglich, zu diesem einsamen Außenposten zu gelangen.