Adrian Beck

Der Autor ist seit einigen Jahren im (E-)Marketing tätig, außerdem als Autor, Musiker, DJ und Veranstalter. Er lebte längere Zeit als Digital Nomad in Asien und Israel und ist seit 2018 wieder in Deutschland beheimatet.

Artikel des Autoren

Der Zeitgeist ruft

Die Moralvorstellungen der US-Amerikaner:innen sind so liberal wie nie. Zu diesem Ergebnis kommt eine seit 2001 jährlich durchgeführte Umfrage der Analytikfirma Gallup. Auch die jährlich durchgeführte Befragung "American Worldview Inventory" der Arizona Christian University zeigt, dass besonders jüngere Menschen sich immer weniger mit biblischen Moralvorstellungen  identifizieren. Die stärkste Polarisierung lässt sich bei den Themen Abtreibung und Transgeschlechtlichkeit beobachten.

Was, wenn Wissenschaft kostenlos wäre?

Die Coronapandemie hat gezeigt, dass der freie und verständlich aufbereitete Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen Gesellschaften zusammenhält. Wo er beschnitten oder übermäßig monetarisiert wird, greift gesellschaftliche Fragmentierung um sich. Doch was, wenn Wissenschaft nicht hinter Verlagspaywalls versteckt bliebe, sondern der Öffentlichkeit konstenlos zur freien Weiterverarbeitung angeboten wird? Die Initiative cOAlition S hat da einen Plan.

Israelisches Parlament

Regierungsbildung in Israel: Die "Bloß nicht Bibi"-Koalition

Israel hat gewählt, zum vierten Mal in zwei Jahren. Passiert ist das Undenkbare: Der nächste Premierminister heißt nicht Benjamin "Bibi" Netanyahu. Die neue Koalition vereint die unterschiedlichsten Weltanschauungen, zum ersten Mal ist eine unabhängige arabische Partei an der Regierung beteiligt. Was bedeutet die Wahl für die Privilegien der streng Orthodoxen?

Kardinal mit Knebelvertrag

Am 4. Juni verkündete Kardinal Reinhard Marx, dass er Papst Franziskus seinen Rücktritt als Erzbischof von München und Freising angeboten habe. Mit diesem Schritt wolle er persönlich Verantwortung für den Missbrauchsskandal übernehmen, so Marx. Vergangenen Donnerstag folgte prompt die Antwort des Pontifex: Rücktritt abgelehnt. Über die Beweggründe sowohl des Kardinals als auch seines Dienstherrn wird seitdem fleißig spekuliert.

Zoff um "Islam-Landkarte" des Integrationsministeriums

Die Dokumentationsstelle Politischer Islam stellt eine Landkarte mit über 600 muslimischen Organisationen, Gemeinden und Moscheen in Österreich online. Daraufhin hagelt es Kritik von Islamverbänden und dem Europaratsbeauftragten Daniel Höltgen, der angesichts des Veröffentlichkeitszeitpunkts darauf hinweist, die Karte bediene antimuslimische Ressentiments.

Die Neurowissenschaft der Ideologie

Dogmatische Menschen denken langsamer, religiöse sind pessimistischer als ihre Mitmenschen; politisch konservativ Eingestellten fällt es schwerer, langfristig und systemisch zu denken. Zu diesen Ergebnissen kommen fünf Foscher:innen der University of Cambridge. Sie bauten die Untersuchung auf einer vergangenen Studie mit über 500 Teilnehmer:innen auf, die 37 kognitive und 22 Persönlichkeitstests absolviert hatten.

Proteste zum weltweiten Aktionstag für den legalen Schwangerschaftsabbruch 2019

Ecuador: Verfassungsgericht fordert Ausnahmen für Abtreibungsverbot

Das oberste Gericht des südamerikanischen Staates Ecuador hat vergangenen Mittwoch Teile der Abtreibungsgesetzgebung für verfassungswidrig erklärt. Dass durch eine Vergewaltigung gezeugte Kinder nicht abgetrieben werden dürfen, sei nicht mit den Grundrechten der Ecuadorianer:innen vereinbar. Der frisch gewählte, konservative Präsident Guillermo Lasso hat bereits angekündigt, das Urteil zu respektieren. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Lasso über dieses Lippenbekenntnis hinausgeht, ist er doch Mitglied der streng katholischen Vereinigung Opus Dei.

"Lag BaOmer" 2016

Wie kam es zur Massenpanik beim streng orthodoxen Fest in Israel?

Mehr als 100.000 Menschen kamen letzte Woche am Berg Meron im Norden Israels zusammen, um das Fest "Lag BaOmer" zu feiern – erlaubt waren eigentlich nur 10.000. Einige streng orthodoxe Gruppierungen hatten zuvor im Parlament für die Aufhebung sämtlicher Beschränkungen lobbyiert. Aus noch ungeklärten Gründen gerieten die vorderen Reihen ins Straucheln, die Menschen fielen übereinander und zerquetschten sich gegenseitig. 45 Menschen verloren ihr Leben und 150 wurden verletzt; nun hagelt es Kritik an der Polizei. Doch zahlreiche Stimmen haben bereits vor Jahren vor einer solchen Tragödie gewarnt.

Die Erdbeben-Entscheidung

In einem unerwarteten Urteilsspruch hat das Bundesverfassungsgericht vergangene Woche Teile des 2019 erlassenen Klimaschutzgesetzes kassiert. Es fehle ein Maßnahmenkatalog für die Zeit nach 2030, was die "künftige Freiheit" der Klagenden in Gefahr bringe, so das Gericht. Die Entscheidung etabliert zweierlei: Zum einen die Unabweisbarkeit des anthropogenen Klimawandels, zum anderen die Verantwortung der Parlamente in einem globalen Geflecht von Nationalstaaten. Ein Kommentar zur Argumentation des höchsten deutschen Gerichts.