Wissenschaft

Altägyptischer Pfostensarg

Forscher entschlüsseln erstmals Genome ägyptischer Mumien

Einem internationalen Forschungsteam unter Federführung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena ist es erstmals gelungen, das komplette Erbgut ägyptischer Mumien zu entschlüsseln. Die in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Während heutige Ägypter genetisch enger mit den Bewohnern Afrikas südlich der Sahara verwandt sind, ähnelten die alten Ägypter genetisch den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens.

Ähnlich wie Vögel und Säugetiere verfügen Geckos über ein komplexes Kommunikationssystem

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen fanden beim Tokeh, einem nachtaktiven Gecko aus Südostasien, heraus, dass die Rufdauer in einer lauten Umgebung zunimmt. Die Lautstärke der Rufe änderte sich nicht; bei Umgebungslärm produzierten die Tiere jedoch mehr lautere Silbenanteile als in ruhiger Umgebung. Vokale Plastizität ist vermutlich aus der Notwendigkeit heraus entstanden, beim Kommunizieren auch gehört werden zu müssen, und das mehrmals unabhängig voneinander im Tierreich.

desmodus rotundus

Gegenseitige Hilfe unter Blutsaugern

Die Theorie des "social bet-hedging", der "sozialen Wette", gilt auch für die Vampire. Blutsaugenden Fledermäuse unterstützen sich gegenseitig. In Gruppen lebende Weibchen helfen einander mit Nahrung aus, indem sie ihre Bluternte hervorwürgen und von ihren bei der Nahrungssuche leer ausgegangenen Artgenossen aufsaugen lassen. Untersuchte DNS eröffnete, inwieweit dabei Verwandtschaft eine Rolle spielt. Das Ergebnis: Nicht nur.

Linda Woodhead

Ist "keine Religion" die neue Religion?

Unter diesem Titel stand ein Vortrag, den die britische Religionssoziologin Linda Woodhead vergangene Woche im Rahmen ihrer Gastprofessur am "Exzellenzcluster Religion und Politik" der Universität Münster hielt. Woodhead stellte in dem Vortrag Forschungsergebnisse über die rätselhafte Gruppe der Nicht-Religiösen vor.

Hans-Günther Bauer während Kartierungen in den Alpen

Rote Listen für mehr Vogelschutz

Hans-Günther Bauer kämpft seit mehr als 20 Jahren gegen den Rückgang vieler Vogelarten und setzt sich für mehr Wildwuchs in der Landwirtschaft, in Wäldern und Gärten ein. Wir sprachen mit dem Koordinator des nationalen Rote-Liste-Gremiums Vögel darüber, warum viele Vogelarten in Deutschland bedroht sind, wie regionale Konzepte greifen und internationale Zusammenarbeit aussieht.

Verwandtschaft ist ein Knochenjob

Viele Menschen, besonders Kinder und Jugendliche, interessieren sich für Paläontologie, weil sie Geschichten von blutrünstigen Raubsauriern spannend finden, wenige wissen jedoch, welcher "Knochenarbeit" (in doppelter Bedeutung) es bedarf, der Erdgeschichte ihre diesbezüglichen Geheimnisse zu entreißen. Kai Jäger, der ebenfalls bereits als Kind der Faszination "alter Knochen" erlegen war, führt – als nunmehr 30jähriger Wissenschaftler – die Leser auf "eine Reise zu unseren Ursprüngen".

Mord statt Schlachtung?

Jetzt sind sie angekommen. Die Human-Animal Studies beginnen, sich im deutschsprachigen Raum zu etablieren. An der Universität Kassel wurde unlängst ein Lehrstuhl geschaffen. Die Universität Wien ermöglicht einen Masterstudiengang. Im englischsprachigen Raum entstanden sie in den 90ern. Die erste deutschsprachige Einführung von Gabriele Kompatscher, Reingard Spannring und Karin Schachinger liest sich immer noch wie ein Manifest.

Dr. med. Natalie Grams

Von der Homöopathin zur aktiven Homöopathie-Kritikerin

Natalie Grams war überzeugte homöopathische Ärztin und leitet heute das Informationsnetzwerk Homöopathie, das über die Irrlehren der sog. "Alternativmedizin" aufklärt. Der hpd sprach am Rande der Skepkon mit der Autorin, die ursprünglich ein Buch schreiben wollte, das endlich alle Kritiker und Zweifler von der Homöopathie überzeugen sollte. Doch es kam anders.

Bonobos bei der gegenseitigen Fellpflege.

Unterschiedliche Sozialstrukturen bei Schimpansen und Bonobos

Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Daten über mehrere frei lebende Schimpansen- und Bonobogruppen miteinander verglichen und herausgefunden, dass Schimpansen sich lieber mit Angehörigen ihres eigenen Geschlechts umgeben. Bonobos beider Geschlechter hingegen suchen am liebsten die Nähe zu weiblichen Tieren. Grund für diese Vorliebe sind die jeweils unterschiedlichen Kooperationsziele beider Tierarten.