Höfliche Frage: Was ist ein "kritischer AfD-Wähler"?
Alles, was mir die Logik sagt, ist, dass Kritikfähigkeit und Wähler einer rechtsradikalen Partei nicht zusammenpassen.
Natürlich darf man AfD wählen. Sie steht auf dem Wahlzettel. Aber wenn man sich dazu entscheidet, dann gibt es für mich drei Optionen, die zu erklären:
1. Jemand hält diese Partei für harmlos, eventuell sogar für gut wegen ihrer markigen Sprüche.
2. Jemand ist Mitläufer, der die Partei mit dem größten Hype wählt, weil Umfragen dies suggerieren.
3. Jemand ist Überzeugungstäter und identifiziert sich mit den verfassungsfeindlichen Zielen dieser Partei.
Aus meiner Sicht ist das Kernproblem (wie bei Adolfs Volksempfänger), dass wir uns in einer Zeit des technischen Wandels befinden, wo Fernsehen immer weniger genutzt wird und manche sich inzwischen zu 100 % auf asoziale Hetzwerke verlassen, auf Verdummungsplattformen wie TikTok, die von Morgens bis Abend nur die eigene Filterblase bedienen, deren begrenzten Content man irgendwann für die einzige Wahrheit hält.
Wäre dies nicht so, dann dürfte niemand die AfD wählen, allein wenn man ihre Position zum Umweltschutz und zur Wehrfähigkeit Deutschlands kennt. Da muss ich die dumpfe Ausländerfeindlichkeit gar nicht erwähnen. Jeder, der sich objektiv informiert, weiß, dass die Erde ein massives Problem mit dem menschengemachten Klimawandel hat, der auf durch Menschen verursachter Umweltverschmutzung basiert. Dies zu leugnen zeugt nur von einem: Uninformiertheit! Brandgefährliche Uninformiertheit.
Dabei spürt es jeder, der in diesem Sommer seine vollklimatisierte Wohnung verlassen hat: Es war eben KEIN normaler Sommer, wie uns Herr Chrupalla mit grinsenden Gesicht einreden wollte. Das ist wissenschaftlich bewiesen.
Man müsste gar keine weiteren Punkte aus diesem AfD-Wolkenkuckucksheim hervorkramen, um zu wissen, dass die AfD gerade den Menschen extrem schaden würde, falls sie je an die Macht käme. Wären also alle Wähler objektiv und sachlich über die Fakten unserer sich im Wandel befindlichen Welt informiert, würde niemand die AfD wählen. Denn eines ist doch auch klar: Wenn wir alle Bemühungen zum Umweltschutz einstellten (Frau Weidel möchte sogar die schon existierenden "Windmühlen der Schande" (!!!) umhauen lassen), würde der Klimawandel beschleunigt und die Folge wäre: noch mehr Migration aus Ländern, in denen es schlicht zu heiß wird, um darin noch zu leben.
Aber Herr Siegmund möchte ja auch für diesen Fall - so vermute ich nach seinen Aussagen - noch Waffen in Deutschland produzieren lassen, um diese Menschen an der Grenze zu "neutralisieren". Oder will die AfD dies Putin überlassen, weil er mit dem Abschlachten von Menschen aktuell die größte Erfahrung hat?
Auf jeden Fall sollen wir uns - folge ich der AfD-Ideologie - nicht mehr gegen Putin wehren können, stattdessen sein Öl und Gas kaufen, damit er die Ukrainer endlich in Grund und Boden bomben kann.
Das alles sind doch keine zu leugnenden Fakten, die nur dann AfD-Wähler "entschuldigen" würden, wenn sie keine Ahnung davon haben, weil TiKTok darüber nichts berichtet.
Aber auch objektive Fehler der etablierten Parteien der Mitte entschuldigen nicht, Extremisten zu wählen. Würden Wähler sich wieder den demokratischen Parteien zuwenden und diesen den Rücken stärken, wäre dieser unvernünftige Wettkampf vorbei, wer nun der AfD noch ähnlicher sei, ohne sich völlig zu verbiegen. Gerade die CDU leidet darunter massiv. Wir brauchen endlich wieder klare Mehrheitsverhältnisse in der Politik. Wenn nicht, wird uns der Laden bald um die Ohren fliegen. Und dann will es wieder niemand gewusst haben...