Zuerst einmal möchte ich mich für den Gedankenaustausch bedanken. Dieser konstruktive Umgang miteinander ist selten geworden. 

Bei Punkt 1 stimme ich Ihnen zu, die Wähler sind unzureichend oder bewusst falsch informiert. Diese Tatsache ist aber ebenfalls bei anderen Parteien und Wählern der Fall, auch wenn in geringerem Maße. 
Ein Teil meiner Arbeitskollegen konsumiert ausschließlich Telegram-Kanäle, rechte YouTuber und Podcasts und Formate wie NIUS und Auf1. 

Bei Punkt 2 möchte ich Ihnen widersprechen. Bei uns in BaWü hat die CDU über Jahrzehnte einen SB-Shop betrieben. Daher haben wir ein grundsätzlicheres Problem. Unsere Staatsform ist IMHO deutlich resistenter als die US-amerikanische oder russische und verfügt über mehr Schutzmechanismen gegen Korruption. 

Zu Punkt 3 (Ukraine) bin ich zwiegespalten. Krieg ist schlecht, keine Frage. Aber ob ein Stellvertreterkrieg besser ist, da habe ich große Zweifel. Wo hat der Westen im Irak eingegriffen, wo in Vietnam? 

Klar ist es eine Form von Was-wäre-wenn, trotzdem bleibt die Kernfrage unbeantwortet. Wie lange wollen wir uns diesen Krieg noch leisten und welches Ergebnis ist erzielbar? 

Zu Punkt 4: Der politische Islam wird offen von der Linken und teilweise auch den Grünen und der SPD hofiert, betüttelt und als Wohltat geframt. Antisemitismus ist ebenfalls auf breiter, gesellschaftlicher Front vertreten. Ein Parade-Negativbeispiel dafür sind die Vorfälle bei der Kleinstpartei Volt (dort war ich Mitglied)

Zum letzten Punkt: Wie ich die AfD und die anderen Parteien erlebe, ist tatsächlich überaus ambivalent. Für mich werden von der AfD Themen angesprochen, an die sich die anderen Parteien nicht herantrauen. Gleichzeitig erlebe ich diesen unglaublich ausgeprägten Konservatismus, was es für mich als liberalen und progressiven Menschen echt schwer macht. Gleichzeitig halte ich z. B. im Bildungsbereich viele der Vorschläge der AfD einfach nur für deppert. 

Am Ende des Tages hängt alles in der Politik meiner Meinung nach von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Die Frage ist nur, ob wir wieder auf den Wachstumspfad kommen oder die Zeit für Reformen gegen die Demografiefalle bereits unwiederbringlich verstrichen ist. 

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.