Transgender

Symbolbild

Legislative Arbeitsverweigerung

Welche Anforderungen müsste ein Gesetz erfüllen, um in Streitfragen rund um eine Änderung des Geschlechtseintrags tatsächlich Rechtsklarheit und Rechtsfrieden herzustellen? Zahlreiche Streitfälle zeigen, dass das Selbstbestimmungsgesetz zentrale Folgefragen zu Hausrecht, Diskriminierung und den Wirkungen des Personenstands weitgehend offenlässt und damit erhebliche Rechtsunsicherheiten erzeugt.

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Transfrau konsequent als Mann bezeichnet

Was passiert, wenn man eine Transfrau als Mann bezeichnet oder anspricht? Eine Transfrau – das ist eine Frau, der bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die aber nach dem früheren Transsexuellengesetz oder dem aktuellen Selbstbestimmungsgesetz eine Frau ist. Was passiert also, wenn man das ignoriert? Dieses sogenannte "Misgendern" kann ein rechtliches Verfahren nach sich ziehen. Das zeigt ein aktueller Rechtsstreit, der sich in der Folge eines bundesweit bekannt gewordenen Streitfalls um eine mögliche Diskriminierung einer Transperson entwickelt hat.

Trans- und LGBTQ+-Aktivist:innen

Die misslungene Quadratur des Kreises

Eine Broschüre der Giordano-Bruno-Stiftung versucht, die Anerkennung transgeschlechtlicher Selbstbestimmung mit einem objektiven Geschlechtsbegriff zu verbinden, lässt dabei jedoch zentrale philosophische Debatten weitgehend unberücksichtigt. Besonders problematisch erscheint die Orientierung am "Phänotyp" als geschlechtsbestimmendem Kriterium, da sie stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit reproduziert und sowohl Transpersonen als auch andere geschlechtlich nonkonforme Menschen ausgrenzen kann.

Ein Gesicht – verschiedene Phänotypen

Von Fremd- zu Selbstbestimmung

Wer sich zum Thema "Transgeschlechtlichkeit" äußert, betritt vermintes Gebiet. Das Netz ist voll mit "woken" und "anti-woken" Reaktionen auf das "Selbstbestimmungsgesetz" (SBGG), das seit 2024 eine niedrigschwellige Änderung des Geschlechtseintrags ermöglicht. Dass man sich diesem Streitthema auch ohne ideologische Scheuklappen nähern kann, zeigt eine Stellungnahme, die jetzt von der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) veröffentlicht wurde.

Christopher Street Day am 27. Juli 2019 in Berlin.

Wer fordert hier Konversionstherapie?

"Ich bin nicht queer, ich bin schwul", sagte Jens Spahn mal. Dem Begriff "queer", einst als Schimpfwort genutzt und über Jahrzehnte erst als ironische, dann affirmative Selbstbezeichnung zurückgeholt, droht erneut die Umdeutung ins Abwertende, bisweilen gar Pathologische. Diesem Prozess sollten wir entschieden Paroli bieten. Eine Replik.

Das Trans-Dilemma

Die neue Richtlinie zur Behandlung von Geschlechtsdysphorie, mit Spannung erwartet, hält am Ansatz fest, Kinder in ihrem Gefühl, trans zu sein, zu unterstützen. Das ist gut gemeint. Aber entspricht es auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen?

Transpersonen im Frauenknast – eine Gefahr?

"Mehrere Übergriffe von 'Trans-Frauen' auf weibliche Häftlinge in Gefängnissen" – so überschrieb die Tageszeitung "Die Welt" am 10. Januar einen ausführlichen Artikel zu eben diesem Thema. Ein paar Tage später griff die Faktencheck-Plattform "Mimikama" die Sache auf und bestätigte den "Welt"-Bericht. Doch dann hagelte es bei diesem heiklen Thema offenbar Kritik. Und zwar so heftig, dass "Mimikama" sich bei seinen Lesern entschuldigte und den Artikel von der Seite nahm. Um danach eine überarbeitete Faktencheck-Version zu dem Thema zu veröffentlichen. Was hatte die "Welt" behauptet? Wie korrigierten sich die Faktenchecker? Und was sagen die von dem Thema Betroffenen: Der hpd fragte nach bei der Gewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten und auch beim Verband Queere Vielfalt.

Kontroverse Haltungen zum geplanten Selbstbestimmungsgesetz

Die aktuelle Bundesregierung will das vielfach kritisierte Transsexuellengesetz reformieren und durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzen. Der vorliegende Gesetzentwurf wurde Mitte November in erster Lesung im Parlament diskutiert. Die weiteren Lesungen und die Abstimmung sollen in Kürze folgen. Queere und Frauenorganisationen sowie Transaktivist:innen vertreten sehr unterschiedliche Haltungen zu dem Vorhaben. Der hpd hat 15 verschiedene Verbände, sowohl Fürsprecher als auch Gegner, um ein Statement gebeten und gibt diese hier unkommentiert im Wortlaut wieder.

Oklahoma State Capitol

Oklahoma: Mit der Bibel gegen Geschlechtsangleichungen

Vergangene Woche haben sich 16 Senator*innen für und zwei gegen einen Gesetzesentwurf zum Verbot von geschlechtsangleichenden Unterstützungen für Minderjährige ausgesprochen. Der vom republikanischen Senator David Bullard eingebrachte Gesetzesentwurf sieht vor, dass Trans-Personen unter 18 Jahren keine ensprechenden Behandlungen wie Hormongaben oder Operationen durch medizinisches Personal erhalten dürfen. Zudem sollen staatliche Gesundheitsorgane keine dieser Hilfen mehr anbieten dürfen.