Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Plädoyer für einen anderen Umgang mit den Tieren

Der französische Schriftsteller und Wissenschaftler Frédéric Lenoir kritisiert in seinem Buch "Offener Brief an die Tiere und alle, die sie lieben" die Doppelmoral der Menschen gegenüber den Tieren und die Grausamkeiten entsprechender Praktiken. Dies geschieht mit leichter Hand, wobei der Autor für die Kenner der Materie wenig Neues bringt, gleichwohl zur Einführung ins Thema ein gutes Werk vorlegt.

Moskau

Bedrohung der Freiheit durch Russland?

Der bekannte Historiker Timothy Snyder warnt in seinem Buch "Der Weg in die Unfreiheit. Russland – Europa – Amerika" vor dem Einfluss Putins bei der Destabilisierung westlicher Demokratien. Zwar kann der Autor dafür eine Fülle von Belegen präsentieren, indessen verstrickt er sich in geschichtsphilosophischen Spekulationen, verabsolutiert den Einfluss Putins und Russlands und ignoriert selbstgemachte Defizite westlicher Demokratien.

Angela Merkel ist Hitlers Tochter

Die Journalisten Christian Alt und Christian Schiffer nehmen in ihrem Buch "Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien" die Leser mit auf eine Reise durch gegenwärtige Konspirationsvorstellungen. Dabei sind die Autoren mitunter mehr an der lockeren Schreibe denn der theoretischen Reflexion interessiert, wodurch das Buch an Originalität und Struktur vermissen lässt.

Globaler Antisemitismus

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn legt mit seinem Buch "Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne" eine Erörterung zur Judenfeindschaft als Teil einer Ambivalenz der Moderne vor. Insofern geht es ihm mehr um eine geschichtsphilosophische Erörterung, weniger um einen empirischen Vergleich – gleichwohl liefert der Autor eine Fülle von diskussionswürdigen Interpretationen, auch und gerade bezogen auf den israelfeindlichen Antisemitismus.

Warum werden Frauen Dschihadistinnen?

Die beiden jordanischen Islamismus-Experten Hassan Abu Hanieh und Mohammad Abu Rumman legen mit "Dschihadistinnen. Faszination Märtyrertod" eine Studie mit Fallbeispielen zum Thema vor. Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Arbeit handelt und ein rundes, einfaches Ergebnis ausbleibt, werden anhand von konkreten Personen viele individuelle Entwicklungswege anschaulich aufgezeigt und untersucht.

Ausschnitt aus dem Buchcover

NSU-Serienmorde – Das Scheitern der Sicherheitsbehörden

Der Journalist Tanjev Schultz geht in seinem umfangreichen Buch "NSU. Der Terror von rechts und das Versagen des Staates" dem Scheitern der Sicherheitsbehörden bei den gemeinten Morden der Neonazis nach. Es handelt sich um eine ausführliche Beschreibung, der es an einer systematischen Analyse mangelt, gleichwohl vermeidet der Autor wilde Spekulationen und Verschwörungsvorstellungen.

Die Abgehobenheit der Eliten – aus soziologischer Sicht

Der Elitenforscher und Soziologe Michael Hartmann problematisiert in seinem Buch "Die Abgehobenen. Wie die Eliten die Demokratie gefährden" die gesellschaftlichen Folgen von sozialer Exklusivität der Mächtigen im Lande. Was zunächst wie ein Diskursbeitrag zum Populismus klingt, kann sich auf fundierte sozialwissenschaftliche Studien stützen – und geht einher mit beachtenswerten politischen Warnungen.

Peter Zudeick 2013 bei den Tutzinger Radiotagen

"Heimat", "Volk" und "Vaterland"

Der Journalist Peter Zudeick geht in seinem Buch "Heimat, Volk, Vaterland. Eine Kampfansage an rechts" der Geschichte der genannten drei Begriffe nach, um deren Instrumentalisierung durch die politische "Rechte" zu kritisieren. Der Autor macht dabei auf andere Traditionen aufmerksam, reflektiert aber nicht bezüglich "linker" Vereinnahmungsbemühungen genügend mögliche kontraproduktive Wirkungen.