Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Die Fahne der Identitären Bewegung bei einer AfD-Demonstration

Was ist die "Identitäre Bewegung"?

Bei der "Identitären Bewegung" (IB) handelt es sich um eine aus Frankreich stammende Jugendbewegung, die in der Beschwörung der europäischen wie der nationalen Identität und in der Frontstellung gegen Migration, Multikulturalismus und "Umvolkung" ihre grundlegenden Wertvorstellungen sieht. Dafür wirbt sie einerseits mit einschlägigen Bekundungen im Internet in Videoform, andererseits durch überraschende Provokationen in der Öffentlichkeit.

Warum gehen europäische Muslime zum "Islamischen Staat"

Die Soziologin Karin Priester fragt in ihrer Studie "Warum Europäer in den Heiligen Krieg ziehen. Der Dschihadismus als rechtsradikale Jugendbewegung", warum der "Islamische Staat" Muslime aus europäischen Ländern anzieht. Sie arbeitet dabei differenziert und kenntnisreich Gründe und Typen heraus, die Gleichsetzung Dschihadismus und Faschismus überzeugt aufgrund der ideologischen Unterschiede dann aber doch nicht so richtig.

Nicht der Islam, die Moderne ist der Feind

Der Historiker Volker Weiß legt mit "Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes" eine Darstellung zur Entwicklung der intellektuellen "Rechten" vor. Einerseits beeindruckt sein Fachwissen durch die jahrlange Beschäftigung mit dem Thema, andererseits wirkt die Beschreibung und Einschätzung doch sehr journalistisch und hätte den Forschungsstand noch genauer aufarbeiten können.

Gründe für und Präventionsstrategien gegen Salafismus

Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak und der Sozialwissenschaftler Gerrit Weitzel haben den Sammelband "Salafismus in Deutschland. Jugendkulturelle Aspekte, pädagogische Perspektiven" mit zwölf Beiträgen zur Attraktivität für Salafismus und Präventionsstrategien dagegen herausgegeben. Auch wenn der Band durch fehlende inhaltliche Abstimmung und häufigere Wiederholungen geprägt ist, liefern die Erörterungen zu den Attraktivitätspotentialen des Salafismus wichtige Anregungen für eine differenzerte Ursachenanalyse.

Julian Nida-Rümelin zur Ethik der Migration

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin legt mit "Über Grenzen denken. Eine Ethik der Migration" einen Essay zur aktuellen Flüchtlingsentwicklung vor. Seine differenzierte Auffassung (auch zur "Legitimation von Grenzen") liegt quer zu den Polen der Debatte und ist von daher um so wichtiger für die Kontroverse, welcher es häufig genug an Tiefgründigkeit mangelt.

Gründe für und Präventionsstrategien gegen Salafismus

Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak und der Sozialwissenschaftler Gerrit Weitzel haben den Sammelband "Salafismus in Deutschland. Jugendkulturelle Aspekte, pädagogische Perspektiven" mit zwölf Beiträgen zur Attraktivität für Salafismus und Präventionsstrategien dagegen herausgegeben. Auch wenn der Band durch fehlende inhaltliche Abstimmung und häufigere Wiederholungen geprägt ist, liefern die Erörterungen zu den Attraktivitätspotentialen des Salafismus wichtige Anregungen für eine differenzerte Ursachenanalyse.

Die AfD-Berufung auf das "Volk"

Der Historiker Michael Wildt geht in "Volk, Volksgemeinschaft, AfD" auf die ideengeschichtliche Entwicklung der beiden erstgenannten Begriffe ein, um danach die Berufung der AfD auf das "Volk" zu untersuchen. Erst nach zwei Dritteln kommt der Autor zum eigentlichen Thema, wobei er auf die AfD-Orientierung auf ethnische Homogenität kritisch hinweist. 

Der IS und der Staatszerfall – eine Analyse von Pierre-Jean Luizard

Der französische Historiker Pierre-Jean Luizard führt in "Die Falle des Kalifats. Der Islamische Staat oder die Rückkehr der Geschichte" den Erfolg der Organisation auf den Staatszerfall zurück. Auf engem Raum gelingt es dem Autor, diesen Kontext zu begründen und auch die Fehler westlicher Politik zu benennen, was nicht unbedingt neu und originell, aber beachtenswert und reflexionswürdig ist.