Rezension

"Frauen sind Menschen wie Männer"

Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie hat 2012 mit "We should all be feminists" einen fulminanten Aufruf für eine Gleichheit der Geschlechter verfasst. Mit einem Brief an ihre Freundin Ijeawele legt sie nun einen konzentrierten Leitfaden für eine feministische Erziehung vor.

Tötungen in Krankenhäusern

Der Fall Niels H. erschütterte 2005 Deutschland: Der Krankenpfleger soll von 1999 bis 2005 bis zu 43 Morde in Krankenhäusern in Delmenhorst und Oldenburg begangen haben – die größte Mordserie Deutschlands, doch abgetan als ein Einzelfall. Der Mediziner Prof. Dr. Karl H. Beine und die Journalistin Jeanne Turczynski zweifeln dies an – und veröffentlichen nun das Buch "Tatort Krankenhaus – Wie ein kaputtes System Misshandlungen und Morde an Kranken fördert".

Gründe für und Präventionsstrategien gegen Salafismus

Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak und der Sozialwissenschaftler Gerrit Weitzel haben den Sammelband "Salafismus in Deutschland. Jugendkulturelle Aspekte, pädagogische Perspektiven" mit zwölf Beiträgen zur Attraktivität für Salafismus und Präventionsstrategien dagegen herausgegeben. Auch wenn der Band durch fehlende inhaltliche Abstimmung und häufigere Wiederholungen geprägt ist, liefern die Erörterungen zu den Attraktivitätspotentialen des Salafismus wichtige Anregungen für eine differenzerte Ursachenanalyse.

"Newton – Wie ein Arschloch das Universum neu erfand"

Dass es der promovierte Astronom Florian Freistetter wie kaum ein Zweiter versteht, Wissenschaft gut verständlich darzustellen und auch komplizierte Sachverhalte einem breiten Publikum zu vermitteln, demonstrierte er bereits mit mehreren Büchern und stellt es auch nahezu täglich mit seinem weitum geschätzten Wissenschaftsblog Astrodicticum simplex unter Beweis; dass er auch kabarettistische Fähigkeiten besitzt, zeigt er als Mitglied der Science Busters; auch, dass er locker, humorvoll-flapsig, formulieren kann, steht außer Frage. Ob er allerdings diesbezüglich beim vorliegenden Buch nicht übers Ziel hinausgeschossen ist, dürfte streitig - und eine Geschmacksfrage - sein. 

Die AfD-Berufung auf das "Volk"

Der Historiker Michael Wildt geht in "Volk, Volksgemeinschaft, AfD" auf die ideengeschichtliche Entwicklung der beiden erstgenannten Begriffe ein, um danach die Berufung der AfD auf das "Volk" zu untersuchen. Erst nach zwei Dritteln kommt der Autor zum eigentlichen Thema, wobei er auf die AfD-Orientierung auf ethnische Homogenität kritisch hinweist. 

Die Augen zur Welt öffnen

Andreas Altmann hat sein inzwischen zwanzigstes Buch veröffentlicht. Wie immer ist es prall voll Leben, voller Miniaturen an Beobachtungen und lebendigen Skizzen von allerlei Menschen. Es ist vielleicht keine "Gebrauchsanweisung für das Leben" – es ist aber unbedingt eine Gebrauchsanweisung für unser eigenes.

Der IS und der Staatszerfall – eine Analyse von Pierre-Jean Luizard

Der französische Historiker Pierre-Jean Luizard führt in "Die Falle des Kalifats. Der Islamische Staat oder die Rückkehr der Geschichte" den Erfolg der Organisation auf den Staatszerfall zurück. Auf engem Raum gelingt es dem Autor, diesen Kontext zu begründen und auch die Fehler westlicher Politik zu benennen, was nicht unbedingt neu und originell, aber beachtenswert und reflexionswürdig ist.

Die Intelligenz der Tiere

Der Meeresbiologe Carl Safina berichtet in seinem Buch "Die Intelligenz der Tiere. Wie Tiere fühlen und denken" von entsprechenden Eindrücken bei seinen Beobachtungen bei Elefanten, Killerwalen und Wölfen. Er macht dabei anschaulich auf die Empathie und Solidarität unter Tieren aufmerksam, wobei er mehr seine Beobachtungen referiert und weniger systematische Reflexionen anstellt.

Was will die AfD?

Der Journalist Justus Bender beschreibt und kommentiert in seinem Buch "Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland" die Entwicklung der neuen politischen Kraft in Deutschland. Es handelt sich um eine journalistische Arbeit, welche insbesondere von den interessanten persönlichen Erfahrungen und Reflexionen des Autor geprägt ist – eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung darf man daher nicht erwarten.