Rezension

Der Triumph des Humors

BERLIN. (hpd) Jacques Tilly gilt als bester Karnevalswagenbauer Deutschlands. Seine Mottowagen sind aus dem Düsseldorfer Rosenmontagsumzug nicht mehr wegzudenken und erregen seit Jahren weltweites Aufsehen. Das neue Buch "Satire, Kunst und Karneval" gewährt einen illustrativen Einblick in Tillys künstlerisches Schaffen.

Die Wegwerfkuh

BONN. Die Journalistin Tanja Busse legt mit "Die Wegwerfkuh. Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können” eine Art "Reportage-Buch” mit kritischen Ausführungen zur Ernährungswirtschaft vor. Es berichtet von Begegnungen und Eindrücken in Kombination mit allgemeinen Beschreibungen und Sachaussagen, wobei es die Autorin irgendwie den Bauern wie den Veganern recht machen will, was nicht richtig gelingen kann.

Über die Beliebigkeit christlicher Moralvorstellungen

BONN. (hpd) Der Philosoph Andreas Edmüller führt in seinem Buch "Die Legende von der christlichen Moral. Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist” die ambivalenten Deutungsmöglichkeit dieser Religion auf das Fehlen von Berechenbarkeit und Stimmigkeit in deren Moralsystem zurück. Der Autor entwickelt diese Argumentation systematisch, wobei er sich aber stark am Alten Testament und der Geschichte orientiert, kann gleichwohl für seine Grundpositionen überzeugende Belege vorbringen.

Mohamed in der Kritik

BERLIN. (hpd) Nach dem hpd-Interview mit Hamed Abdel-Samad und Prof. Mouhanad Khorchide auf der Frankfurter Buchmesse 2015 stellt der hpd Hamed Abdel-Samads Buch "Mohamed – Eine Abrechnung" vor. Der aktuelle Bestseller über den Propheten zeigt alle Wurzeln des Islams, die mit dessen Biografie zusammenhängen – und erklärt auf diese Weise Handlungen muslimischer Gläubiger, die in aufgeklärten Gesellschaften oft auf Unverständnis stoßen. Bernd Kammermeier griff einen Aspekt des Buches mit aktuellem Bezug heraus.  

Gewalt aus evolutionstheoretischer Sicht

BONN. (hpd) Der Biowissenschaftler Franz M. Wuketits legt mit "Mord. Krieg. Terror. Sind wir zur Gewalt verurteilt?” eine Gewaltgeschichte der Menschheit aus evolutionstheoretischer Sicht vor. Der Autor liefert dabei erneut einen Beleg für den Erkenntnisreichtum dieser Perspektive, macht auch die Bedeutung der Ideologie als gewaltverstärkendes Moment aufmerksam, hätte aber auch noch etwas über gewaltminimierende Haltungen und Strukturen schreiben können.

Analyse der Gewalt in der Religion

BONN. (hpd) Die Erziehungswissenschaftlerin und Theologin Christa Mulack untersucht in ihrem Buch "Gewalt im Namen Gottes. Ursachen und Hintergründe im biblischen Monotheismus” den Zusammenhang einerseits von dem Glauben an nur einen Gott und andererseits von der Gewalt im Namen der Religion. Dabei geht die Autorin ausführlich auf die Frühgeschichte des Judentums mit beachtenswerte Ausführungen zu Detailaspekten ein, driftet aber im Laufe des Textes mit ihrer Frontstellung gegen das religiöse Patriarchat immer mehr in einen mythischen Feminismus ab.

Thomas Nagel an der New York University

Lässt sich die Welt ohne Bewusstsein denken?

BERLIN. (hpd) In weniger als drei Jahren zum Klassiker geworden: "Geist und Kosmos. Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist” gibt es nun bei Suhrkamp in der Taschenbuch-Wissenschaft-Reihe wie gemacht fürs Proseminar. In der Tat gibt es Bücher, um die man schwer herumkommt. Redlichkeit kann ein guter Grund dafür sein. Darin ist dieses Buch bestimmt beispielhaft. Doch hat es auch recht?

"Integriert Euch Eurerseits in das Einwanderungsland…" – ein Plädoyer

BONN. (hpd) Die Soziologin Annette Treibel liefert mit ihrem Buch "Integriert Euch! Plädoyer für ein selbstbewusste Einwanderungsland” eine andere Perspektive auf die "neuen Deutschen” und ihre bereits erfolgte Integration. Mit leichter Hand vermittelt die Autorin anschaulich positive Entwicklungen in der Gesellschaft, die häufig genug nicht genügend zur Kenntnis genommen werden, wobei sie mit anderer Einseitigkeit aber allzu sehr die Lichtseiten hervorhebt und die Schattenseiten ignoriert.

Eine kritische Biographie zu Papst Franziskus

BONN. (hpd) Der ehemalige Theologie-Professor Hubertus Mynarek legt mit "Papst Franziskus. Die kritische Biographie” die erste deutsche kritisch gehaltene Lebensbeschreibung des Papstes vor und deutet ihn darin insbesondere im Lichte seine jesuitischen Sozialisation. Die Erörterung konzentriert sich mehr auf die theologische, weniger auf die politische Seite; gleichwohl findet man darin gut begründete kritische Einschätzungen, mitunter etwas polemisch, mitunter etwas weitschweifig vorgetragen.