Als Kind stellen wir uns vor, wir könnten alles erreichen. Bei manchen kehrt dieses Gefühl auch als Erwachsene wieder zurück – in Form des bei Esoterikern beliebten Manifestierens.
Hass im Internet, vor allem in den Sozialen Medien, zersetzt die Demokratie: Die Studie "Lauter Hass – leiser Rückzug" hat ergeben, dass 57 Prozent der Befragten sich seltener trauen, die eigene politische Meinung zu äußern und weniger an Diskussionen teilnehmen. Die Menschen haben Angst, im Netz Opfer von Drohungen und Beleidigungen zu werden. Während der Hass zunimmt, ziehen sich vor allem Personen mit sichtbarem Migrationshintergrund und queere Menschen aus dem Netz zurück.
Seit dem Beginn der Terrorangriffe auf Israel verbreiten unterschiedliche Akteur:innen Desinformationen und Propagandanarrative der palästinensischen Terrororganisationen. Bestehende Feindbilder werden hierbei bestätigt und weiter ausgebaut, antisemitische Vorstellungen manifestiert und die Brutalität der Hamas wird als vermeintlicher "Freiheitskampf" oder "Widerstand" legitimiert.
Eine Studie der University of Southern California (USC) zeigt, dass gewohnheitsmäßiges Teilen die Hauptursache für die Verbreitung von Fake News ist. In einer Reihe von vier Experimenten mit insgesamt 2.476 Personen belegen die Forschenden zweierlei: einen Zusammenhang zwischen dem Belohnungssystemen Sozialer Medien und der Ausprägung einer solchen Gewohnheit sowie den überproportionalen Einfluss gewohnheitsmäßig teilender User auf die Verbreitung von Desinformation. Anders gesagt, Soziale Medien sind Dealer und Aufmerksamkeit ist ihr Stoff: Zusammenfassung und Kommentar.
Durch die sozialen Medien fließen seit einiger Zeit ganze Sturzbäche von Glückshormonen. Produziert werden sie von glücklichen Girls, die Happiness zum Lebensmotto machen. Ihr heiliges Credo: Denke nur an die schönen Dinge des Lebens, und sie fliegen dir zu: der Traumjob, der smarte Lover, der Porsche und ein fettes Bankkonto als Sahnehäubchen.
Ob gestürmte Parlamente oder rassistische Anschläge in den USA ebenso wie in Deutschland: Politisch motivierte Gewalt nimmt zu. Meistens scheinen die Aktionen ohne Zusammenhang zu sein und nur von Einzeltätern auszugehen. Doch Forschende erkennen darin durchaus terroristische Muster. James Angove befasst mit der Frage, wie "Zufallsterror" entsteht und was man dagegen tun kann.
Innerhalb der vergangenen drei Jahre entwickelte sich Telegram zur wichtigsten Plattform für Verschwörungsideolog:innen und Rechtsextreme im deutschsprachigen Raum. Mit dem Messengerdienst erreichen zahlreiche Kanäle täglich Hunderttausende – die Anzahl der Aufrufe einiger Nachrichten geht in die Millionen.
Die große allgemeine Verunsicherung: Ob Donald Trump, Bolsonaro, Erdoğan, Orban oder Putin & Co. – die Feinde der Demokratie in aller Welt nutzen die Macht der Social Media, um mit frechen Lügen und Verschwörungs-Geschwurbel Menschen zu beeinflussen und zu lenken. Und ungewollt erleichtern ihnen überzogene Rassismus-Vorwürfe, Gender- und Identitäts-Theorien von links dabei das Geschäft. Der US-Journalist Jonathan Rauch sorgt mit einem wichtigen Buch für Durchblick und Klarheit.
Eine der umstrittensten Fragen unserer Zeit ist, ob die rasante weltweite Verbreitung digitaler Medien mitverantwortlich ist für eine Schwächung der Demokratie. Während Öffentlichkeit und Politik die Risiken Sozialer Medien breit diskutieren, argumentieren Technologieunternehmen, dass die Auswirkungen nicht eindeutig belegt sind. Pauschal zu verteufeln sind digitale Medien sicherlich nicht. Allerdings können sie Polarisierung und Populismus – besonders in etablierten Demokratien – befeuern. Darauf weist eine aktuelle Studie hin.