Wissenschaft

Die bleibenden Unsicherheiten der Klimawissenschaft sind kein Alibi fürs Nichtstun

Klimawandelleugner und -relativierer bedienen sich unterschiedlicher Narrative, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren. Ncht selten werden die Prognosen von Klimaforschern bezweifelt oder abgelehnt. Prof. Andreas Oschlies vom GEOMAR Zentrum beleuchtete in seinem Vortrag "Worauf wir uns verlassen können: Unsicherheiten in der Klimamodellierung" im Rahmen der Ringvorlesung "Wissenschaft und Alternative Fakten IV" die Aussagekraft aktueller Klimavorhersagen an der CAU Kiel.

Die Wurzeln der Apfelbäume

Eine Studie aus dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte wirft ein neues Licht auf die Evolution und Kulturgeschichte des Apfels. Ursprünglich hatten sich die Früchte entwickelt, um vor der letzten Eiszeit große Säugetiere anzulocken und darüber ihren Samen zu verbreiten. Später brachten Händler die Bäume zusammen mit anderen Nutzpflanzen über die Seidenstraße in viele Gegenden Eurasiens.

Ab durch die Wüste

Nord- und Zentralasien wurden in Untersuchungen zu frühen menschlichen Migrationen bislang vernachlässigt, da Wüsten und Gebirge als unüberwindliche Barrieren angesehen wurden. Die Studie eines internationalen Forschungsteams argumentiert nun jedoch, dass der Mensch unter feuchteren klimatischen Bedingungen in der Vergangenheit diese extremen Lebensräume durchaus durchquert haben könnte. Demnach wäre es naheliegend, zu überdenken, wo wir nach den frühesten Spuren unserer Spezies in Nordasien suchen sollten und in welchen Regionen es möglicherweise zu Begegnungen mit anderen Homininen wie Neandertalern und Denisovanern gekommen sein könnte.

Menschliche Vorfahren haben Steinwerkzeuge mehrmals erfunden

Bisher dachte man, dass unsere Vorfahren frühestens vor 2,58 bis 2,55 Millionen Jahren Steinwerkzeuge systematisch angefertigt und genutzt haben. Die Entdeckung einer neuen Fundstelle in Äthiopien beweist jedoch, dass die Ursprünge der Produktion solcher Werkzeuge älter als 2,58 Millionen Jahre sind. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von David Braun von der George Washington University und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie vermutet, dass Steinwerkzeuge mehrmals auf unterschiedliche Weise erfunden wurden, bevor sie zu einem wesentlichen Bestandteil im täglichen Leben unserer Vorfahren wurden.

CRISPR-Cas9 hat die Genom-Editierung revolutioniert.

Wissenschaftler lehnen Veränderung der menschlichen Keimbahn derzeit noch ab

Die rasante Entwicklung von CRISPR‐Cas und anderen Techniken zur Genom‐Editierung werfen eine Vielzahl wissenschaftlicher, rechtlicher und ethischer Fragen auf. Die Max-Planck-Gesellschaft möchte die Expertise ihrer Wissenschaftler in die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte einbringen. In einem Positionspapier hat sie deshalb ihren Standpunkt zur Genom-Editierung formuliert.

Die Säkularisierung der Biene

Die Kulturgeschichte der Menschheit ist eng mit der Biene verknüpft. Als Lieferantin für Honig, Met und Wachs wurde sie gepriesen, für ihre Staatenbildung und Blütenbestäubung verehrt und wegen ihres Giftes gefürchtet. Das kleine Tier ist seit jeher eine riesige Projektionsfläche für Religion, Politik und sogar Sexualmoral. Ihre Entmystifizierung durch die Forschung war vielen religiösen Anfeindungen ausgesetzt.