Katholische Kirche

Religionsunterricht findet nicht statt – warum wohl?

Der Religionsunterricht beginnt zu bröckeln. Nicht weil die Schüler*Innen sich abwenden, das auch, nein, weil es immer weniger Lehrer gibt, die sich dem "missio canonica" unterwerfen wollen, der kirchlichen Lehrbefugnis, mit allen möglichen Auflagen, nämlich dass sie mit den offiziellen kirchlichen Lehren vertraut und ihnen verpflichtet sind. Das bedeutet unter anderem auch, wie ich im Bekanntenkreis selbst erlebt habe, dass eine junge Frau zum Kardinal zitiert wird, wenn diese sich scheiden lässt.

Exorzismus (Symbolbild)

Schweiz:

Bistum Chur wird keinen Exorzisten mehr benennen

Nachdem der letzte Exorzist des Bistums 2020 starb, hat die Suche nach einer Nachfolge nun ein Ende. Jedoch nicht, weil der passende Kandidat gefunden wurde, sondern weil Joseph Maria Bonnemain, Bischof von Chur und Humanmediziner diese Position für überflüssig hält. Der Ansatz Menschen, die sich besessen glauben, medizinische, psychologische und psychotherapeutische Hilfe zukommen zu lassen, wird in der Schweiz vielfach begrüßt.

Köln

Staatsanwaltschaft leitet zweites Ermittlungsverfahren gegen Woelki ein

Was wusste Rainer Maria Woelki – und vor allem, wann? Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nun in einem zweiten Verfahren wegen Verdachts auf falsche eidesstattliche Versicherung gegen den umstrittenen Kardinal. Woelki hatte versichert, nicht vor diesem Jahr von Beweisen zu Missbrauchstaten zweier Kirchenfunktionäre erfahren zu haben. Besonders pikant ist die Tatsache, dass Woelki eine dieser beiden Personen vor einigen Jahren noch persönlich beförderte.

Rainer Maria Woelki

Ankläger und Verteidiger zugleich?

Die stellvertretende Direktorin des Instituts für Weltanschauungsrecht (ifw), Rechtsanwältin Jessica Hamed, meldete in einem Gastbeitrag im Kölner Stadt-Anzeiger am 20. Oktober 2022 erhebliche Zweifel an der berufsrechtlichen Zulässigkeit der Verteidigung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki durch Prof. Dr. Björn Gercke an. Gercke hatte nämlich zuvor ein umstrittenes Gutachten für das Erzbistum Köln erstattet.

Robert Zollitsch

Kommentar

Es tut ihnen ja allen so leid

Robert Zollitsch, der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Kleinlaut, zerknirscht, überschwänglich in eigenen Schuldeingeständnissen, wie es Vertreter der katholischen Kirche nun häufiger tun. Als der Missbrauchsskandal erstmals öffentlich wurde, klang das noch ganz anders.

Kunstaktion bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2022

Kunstprotest anlässlich der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

"Willkommen in der Welt der Betroffenen!"

Anlässlich der seit gestern tagenden Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz will das "Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen" mit einer Kunstaktion einmal mehr auf das Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche aufmerksam machen. Noch bis Donnerstagabend protestieren Vertreter der Organisationen in Fulda.

Kanada

Nach Papstbesuch noch kein Plan zur Entschädigung von Internatsopfern vorgelegt

Vor gut einem Monat besuchte Papst Franziskus Kanada. Dort entschuldigte er sich für die Verbrechen, die an tausenden indigenen Kindern und Jugendlichen in von der katholischen Kirche geführten Internaten begangen wurden. Für die Betroffenen war die Entschuldigung ein erster Schritt, dem jedoch Taten folgen müssen. Bislang ist nach dem Besuch von einem Fahrplan zur Entschädigung jedoch nichts zu sehen.