Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Rezension

Die Logik terroristischer Anschläge

Die beiden Sozialwissenschaftler Michael Fischer und Robert Pelzer legen mit "Die Logik des Anschlags. Zur Zielwahl dschihadistischer Terroristen in Europa" auf Basis von Fallstudien und einem Planspielverfahren eine Analyse zum Thema vor. Dabei nehmen sie auch eine für die Präventionsarbeit bedeutsame Perspektive ein, die nicht mehr nach den Gründen für den Gewaltakt an sich, sondern nach dessen konkreter Umsetzung fragt.

Rezension

Pegida als Spiegel und Projektionsfläche – ein Sammelband

Der von dem Soziologen Tino Heim herausgegebene Sammelband "Pegida als Spiegel und Projektionsfläche" enthält Beiträge, die Relationen und Wechselwirkungen von Pegida zu anderen Akteuren und Institutionen untersuchen wollen. Die dabei genutzten Analyseansätze machen den Erkenntniswert des Bandes aus, können sie doch auch auf andere Phänomen wie die AfD angewandt werden; kritikwürdig wird es immer dann, wenn weniger analysiert und mehr ideologisiert wird.

Edward O. Wilsons Plädoyer

Die Hälfte des Planeten als Naturschutzgebiet

Der berühmte Biologe Edward O Wilson legt in seinem Buch "Die Hälfte der Erde. Ein Planet kämpft um sein Leben" eine Problemskizze zum Aussterben der Arten vor und leitet daraus ein Plädoyer für die Hälfte des Planeten als Naturschutzgebiet ab. Das Alterswerk macht berechtigt auf Gefahren für die Biosphäre des Menschen aufmerksam, was allerdings ein wenig sprunghaft und unsystematisch geschieht.

Rezension

Fragmentarische Darstellung zum NS-Chefideologen

Der Journalist und Publizist Volker Koop legt mit "Alfred Rosenberg. Der Wegbereiter des Holocaust. Eine Biographie" eine Darstellung zu dem früheren NS-Chefideologen vor. Er liefert einige neuere Erkenntnis auch auf Basis der Tagebücher, gleichwohl wirkt sein Buch etwas fragmentarisch und bezogen auf die Bedeutung Rosenbergs für Ideologie und Politik auch ein wenig widersprüchlich.

Antisemitismusdiskurse in der US-Linken

Die Ethnologin und Politikwissenschaftlerin Sina Arnold legt mit "Das unsichtbare Vorurteil" eine Studie zum Thema vor, worin sie einerseits auf den eher marginalen Antisemitismus-Anteil hinweist, andererseits aber dort auch Empathielosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Antisemitimusentwicklungen konstatiert. Die auch methodisch ambitionierte Arbeit beeindruckt durch eine differenzierte Analyse, die auch nach den Ursachen der erwähnten Einseitigkeiten fragt.

Rezension

Von der AfD zu Pegida, von Wutbürgern zu Brandstiftern

Der Politikwissenschaftler Hajo Funke legt mit "Von Wutbürgern und Brandstiftern. AfD – Pegida – Gewaltnetze" ein Buch zum aktuellen Rechtsruck in Deutschland mit skizzenhaften Beobachtungen vor. Der Autor liefert einen plastischen Eindruck von der Entwicklung und macht dabei auch das damit einhergehende Gefahrenpotential deutlich, allerdings mehr als aufrüttelnde Beschreibung, weniger als wissenschaftliche Studie.

Ein Sammelband als Manifest einer jungen Linken in den USA

Die Zukunft, die wir wollen

Die Publizistin Sahra Leonard und Bhaskar Sunkara geben in dem Sammelband "Die Zukunft, die wir wollen. Radikale Ideen für eine neue Zeit" Autoren aus der jungen Linken der USA ein Forum, um Alternativen auf verschiedenen Feldern zur dort etablierten Regierungspolitik vorzustellen. Die häufig treffende Analyse der gesellschaftlichen Gegebenheiten und die Entwicklung von anderen Perspektiven auf theoretischer Grundlage überzeugen, werden aber nicht mit Reflexionen über die existenten Potentiale und richtigen Schritte hin zu diesem Ziel verbunden.

Rezension

Eine assoziative Analyse der IS-Sprache

Der französische Philosoph Philippe-Joseph Salazar legt mit "Die Sprache des Terrors. Warum wir die Propaganda des IS verstehen müssen, um ihn bekämpfen zu können" eine Analyse zum Thema vor. Leider sind seine Betrachtungen mehr assoziativ denn systematisch, mehr essayistisch denn wissenschaftlich ausgerichtet, wodurch viele gute Ideen neben unverbindlichen Sätzen stehen.

Ein nützliches Nachschlagwerk

"Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe"

Bente Gießelmann u.a. haben ein "Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe" herausgegeben, das über zentrale Begriffe aus dem gemeinten politischen Lager und deren ideologische und strategische Hintergründe informiert. Durch die einheitliche Struktur der einzelnen Beiträge ist ein nützliches Nachschlagwerk entstanden, das im Bereich der politischen Bildung wie der sozialwissenschaftlichen Forschung gut genutzt werden kann.