Es kann nicht sein, dass Menschen, die mehr Glück im Leben hatten, den Leidenden zum Weiterleben drängen oder zwingen, weil sie nicht vom Suizid "betroffen" sein wollen oder weil sie einen Anschein von "Solidarität" vor sich hertragen wollen. Es darf auch nicht darum gehen, sich durch "Lebensrettungen" emotional zu berauschen.
Weiterhin müssen die - auch weniger sichtbaren - Folgen von "Suizidprävention" beachtet werden. Dazu kann gehören, dass Menschen, weil sie nicht nach "Suizidalität" verhört werden und ggf. eine Zwangseinweisung riskieren wollen, sich bei bestimmten Beschwerdebildern seltener in Behandlung begeben.
Ich habe Zweifel, dass Hilfsangebote, die in der Suizidprävention engagiert sind, für Freiverantwortliche, die Wert auf ihre Selbstbestimmung legen, überhaupt interessant sind. Geht es um Leidbekämpfung oder um "Therapie der Suizidalität" und Förderung von Ambivalenz? Wessen Interessen werden vertreten?