Das Gehirn lässt sich zwar, wie wahrscheinlich kein anderes Organ trainieren, es lassen sich Schwächen zum Teil kompensieren und Teilbegabungen oft zu erstaunlichen Fertigkeiten entwickeln. Aus seiner Haut, wie man zu sagen pflegt, kann letztendlich aber keiner; aus keiner weissen, gelben oder schwarzen. Was die Intelligenz anbetrifft, also die Fähigkeit, logische Schlüsse richtig und schnell zu ziehen und auf komplexe Situationen zweckmässig zu reagieren, gibt es angeborene Unterschiede, die von niemanden gänzlich überwunden werden können.
Die Grundfrage ist also: Warum soll ausschliesslich der Intellekt über den so genannten Wert eines Menschen entscheiden? Jeder, auch der Dümmste, hat Fähigkeiten, die andere nicht haben; Er kann ein hervorragender Handwerker, ein begnadeter Künstler, ein toller Akrobat, Fussballspieler, Langstreckenläufer, Liebhaber oder was auch immer werden – vorausgesetzt, dass man nicht krampfhaft versucht, gerade das zu trainieren, wozu einem vielleicht nicht die günstigste Ausgangsposition geschenkt ist.
Die Einebnungssucht, welche auch zur Falschaussage führt, alle Menschen kämen mit gleichen Fähigkeiten zur Welt, die man dann bloss zu erwecken bräuchte, hat besonders die Erziehungswesen auf falsche Geleise geführt.