Carsten Ramsel (nicht überprüft)

Do. 1 Okt 2026 - 15:57

Dieser Artikel zeigt das journalistische Elend, wenn es um Statistik geht.

„Die Wahlergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern unterscheiden sich je nach Religionszugehörigkeit.“

Nein. Doch. Ohh!

„Auch das Alter und Geschlecht spielten eine Rolle.“

Der Hund beißt den Briefträger ist keine Nachricht. Der Briefträger beißt den Hund. Das ist eine Nachricht.

Da die Linke in Berlin von den Jüngeren am häufigsten gewählt wurde, ist es plausibel anzunehmen, dass sich die Unterschiede des Wahlverhaltens mit dem Alter und nicht durch die Religionszugehörigkeit erklären lassen. (Muslime sind durchschnittlich jünger als Christen oder das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung.) Dass junge Muslime sie besonders häufig gewählt haben, sollte ob der politischen Positionen und öffentlich gewordenen personelle Verquickungen niemand wundern. Ich wäre allerdings vorsichtig, daraus zu folgern, dass junge Muslime in Berlin politisch links eingestellt sind.

Was ist, statistisch begründet, der entscheidende Faktor für das Wahlverhalten Alter, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit? Deskriptive Statistik, also Häufigkeiten, kann diese Frage nicht beantworten.

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