Blasphemie

Tunesische Bloggerin flüchtet nach Blasphemie-Verurteilung nach Deutschland

Die 27-jährige Bloggerin Emna Chargui hatte im Mai 2020 auf Facebook einen nicht selbst erstellten Aufruf zu Corona-Schutzmaßnahmen eingestellt. Da dieser den Stil einer Koran-Sure hatte und als Corona-Sure bezeichnet wurde, erhielt Chargui nicht nur unzählige Todes- und Gewaltdrohungen, sondern musste sich auch vor Gericht verantworten. Nach einer Verurteilung zu Haft- und Geldstrafen ist die Bloggerin aus Furcht um ihr Leben nun nach Deutschland geflohen.

Yahya Ekhou in Deutschland 2019.

Das härteste Blasphemiegesetz der Welt

Yahya Ekhou kämpft um sein Leben

Yahya Ekhou stammt aus Mauretanien. In Kairo hat er Jura und NGO-Management studiert. Seit März 2018 hofft der Gründer des Liberalen Netzwerks in Mauretanien hierzulande auf die Anerkennung seines Asylantrags. In seiner Heimat steht ihm und seinen Mitstreitern ein islamisiertes Kasten- und Stammessystem gegenüber.

Pakistan

Gefängnisstrafe für Professor wegen Blasphemie

Wieder wurde in Pakistan ein Professor der Gotteslästerung beschuldigt und eingesperrt. Die "Vergehen", die in dem von der Scharia geprägten Land für eine Verurteilung ausreichen, würden es in Europa in keine Lokalzeitung schaffen. Dort sind hingegen landesweite Ausschreitungen und eine Lynchjustiz bei vermeintlich "zu harmlosen" Urteilen keine Seltenheit.

Nigeria

"Allah existiert nicht"

Ende April wurde Mubarak Bala, Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, verhaftet. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm, selbst seinem Anwalt wird der Kontakt verweigert. Menschenrechtsaktivist Leo Igwe kritisiert die Verletzung von Balas Rechten und die Beschwichtigungspolitik der nigerianischen Behörden gegenüber dem Ausland.