Kunst und Kultur

Mai Horlemann

Interview

Gottlose Lieder

Mai Horlemann – Sängerin, Texterin, Sprecherin, Humanistin, Mutter, Berlinerin, Zweifelnde, singt wieder. Nach einer längeren Pause ist sie wieder auf den Bühnen Berlins. Sie singt ihre gottlosen Lieder, in denen es um das Mensch-Sein geht, um das Alltägliche, das Besondere, das Peinliche, das Geheime und das Tiefe. Sie ist die Tochter von politischen und schreibenden Menschen und singt und schreibt dennoch über sich und private Angelegenheiten. Dem hpd erklärt sie, warum.

Tannhäuser

Die Bayerische Staatsoper hat einen neuen "Tannhäuser"

Augen zu und durch

Ein warmer Frühsommer-Nachmittag. Ein gewisses Knistern liegt in der Luft und der Wagnerianer an sich schaut nach München, blickt auf die Bayerische Staatsoper. Die erste "Tannhäuser"-Premiere seit 1994 wird mit großen Erwartungen herbeigesehnt. Das Haus ist bis auf den letzten Hörer-Platz ausverkauft und die Premierenvorstellung ein musikalisches Fest, bei dem echte Fans voll auf ihre Kosten kommen.

Puccinis "Gianni Schicchi" und Menottis "Das Telefon" an einem Abend auf Schloss Nymphenburg

Familien-Bande von Seattle bis Florenz oder zweifacher Sieg für die Liebe

"Gianni Schicci" ohne Orchester – geht das? Eine Oper mit dem Titel "Das Telefon" – wo gibt’s denn sowas? Diese und viele wichtige Fragen über das menschliche Zusammenleben beantwortete bei der Premiere dieser zwei Einakter das Ensemble der Opera Incognita auf Schloss Nymphenburg durchaus zufriedenstellend.

Jesus Christ Superstar

Jesus Christ Superstar in der Reithalle München

Revolutionär des Wahnsinns

Die Neuproduktion des Gärtnerplatztheaters "Jesus Christ Superstar" in der Reithalle München-Schwabing macht Spaß. Alles in allem ein hörens- und sehenswerter Abend, der seine dynamische Kraft durch das engagierte Ensemble in perfekt einstudierter Aktion entfaltet. Die Inszenierung von Josef E. Köpplinger setzt voll auf Emotionen und kreiert einen geradezu fatalen Sog, der das Publikum zum Voyeur im Kopf des Titelhelden werden lässt.

"Peng!"-Kollektiv

Mit Aktionskunst gegen die Waffenindustrie

Das Berliner Künstler- und Aktivistenkollektiv "Peng!" hatte bereits in der Vergangenheit mit zahlreichen Aktionen für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun geht die Gruppe gegen die Waffenindustrie vor und versucht das Thema Kleinwaffenexporte zum Thema zu machen – wenn möglich auch im Bundestag.

Deutschlands erfolgreichste Illustratorin wartet nicht aufs Paradies

"Ich bin so atheistisch, ich habe keine Verbindung zu Gott"

Kat Menschik ist Deutschlands gefragteste Buchillustratorin. Ihre Arbeiten zieren die Titelblätter der Erzählungen des japanischen Autors Haruki Murakami, seit kurzem aber auch Klassiker der Weltliteratur, von William Shakespeare über E.T.A. Hoffmann bis hin zu Franz Kafka. In der ARD-Literatursendung "Druckfrisch" mit Dennis Scheck bekannte sie sich nun zu ihrem Atheismus.

"Es herrscht ein Bürgerkrieg innerhalb des Islam"

Der Himmelswahn

Der französische Psychologe Fethi Benslama schlägt einen anderen Ton an, wenn es darum geht, den Ursachen des islamischen Fundamentalismus auf den Grund zu gehen. In seinem Buch "Der Übermuslim" legt er die individual-psychologischen Ursachen für die Radikalisierung junger Muslime offen und fordert eine Abkehr von den immer gleichen Vorurteilen.

Auf sich allein gestellt

Das Erbe der Gotteskrieger

Jahrelang hielt Joseph Konys "Lord‘s Resistance Army" weite Teile Zentralafrikas in Atem. Teil der paramilitärischen Widerstandsbewegung waren zehntausende entführte Kinder, die unter Drogen gesetzt schwerste Verbrechen verübten. Der französische Schriftsteller Jonathan Littell hat für seinen erschütternden Debütfilm "Wrong Elements" ehemalige Mitglieder von Konys Truppen aufgesucht und ein Gesellschaftsporträt zwischen Versöhnung und Verdrängung gezeichnet.