Inge Hüsgen

Die Autorin ist die Chefredakteurin des "Skeptiker", der Vierteljahreszeitschrift der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) sowie Redakteurin beim Humanistischen Pressedienst.

Artikel der Autorin

Kölner Katholiken mucken auf

"Die Geduld ist aufgebraucht", so fasst es der Kölner Katholikenausschuss zusammen. Die Vertretung katholischen Laien in der Domstadt beobachtete über Jahre hinweg, wie das Erzbistum die Aufarbeitung zahlloser Missbrauchsfälle an Minderjährigen durch Kirchenleute verschleppte. Nun sorgt ein weiterer Fall für einen Eklat: Ein Priester wurde auf eine höhere Stelle befördert, obwohl er sexuelles Fehlverhalten zugegeben hatte. Und: Generalvikar Markus Hofmann verteidigte diese bizarre Personalentscheidung mit einer nicht weniger grotesken Rechtfertigung.

Globuli

Verbot für homöopathischen Corona-Impfstoff

Einen Corona-Impfstoff in homöopathischer Version hat eine Apotheke in Koblenz auf den Markt gebracht. Doch das Angebot währte nicht lange: Am Freitag verboten die Behörden den Verkauf. VertreterInnen der wissenschaftlich fundierten Medizin hatten in den Sozialen Medien heftige Kritik am Vertrieb des Produkts geübt. Die Affäre ist bezeichnend für die Praxis vieler Apotheken, pseudowissenschaftliche Scheinmedikamente ohne spezifische Wirkung zu verkaufen.

Suchen evangelikale Männer häufiger nach Potenzmitteln?

Kann Religion ausschließlich Privatsache bleiben? In welchem Maße Überzeugungen mit religiösen Wurzeln über die Gruppe der gläubigen Individuen hinaus Werte und Ideale einer ganzen Gesellschaft beeinflussen, haben nun zwei amerikanische Sozialwissenschaftler untersucht. Ihr Forschungsgegenstand – der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Google-Suchen nach Potenzmitteln und dem Anteil von Evangelikalen an der Bevölkerung eines US-Staates – mag skurril anmuten. Die Ergebnisse legen jedoch umfangreiche Schlussfolgerungen nahe.

Frankreich: Debatte um Kinderkopftuch-Verbot

Während sich in Deutschland die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes für ein Verbot des "Kinderkopftuchs" in Kitas und Schulen engagiert, präsentieren seit kurzem unter dem Hashtag "#HandsOffMyHijab" junge Muslimas ihr Kopftuch in den sozialen Medien. Anlass für die Postings ist ein Gesetzentwurf, der in Frankreich das Kopftuch bei Minderjährigen unter Strafe stellen soll.

Das Nürnberger Planetarium war gut gefüllt

Irrtümer, Verschwörungsmythen und Wissenschaft

Wandersagen gibt es auch im Wissenschaftsbetrieb. Einige haben sogar in Lehrbücher Eingang gefunden, etwa in der Psychologie. Also besser raus aus der Bibliothek und auf die eigene Intuition hören? Immerhin hat diese Strategie unseren Vorfahren häufig das Leben gerettet. So oft, dass sich die Tendenz zum Bauchgefühl als evolutionärer Vorteil erwiesen hat. Doch bei komplexeren Zusammenhängen handeln wir uns damit vielfältige Denkfehler ein.

Proteste in der britischen Stadt Batley (Yorkshire)

Warum ein englischer Lehrer untertauchen muss

Weil er im Religionsunterricht Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo gezeigt haben soll, wurde ein Gymnasiallehrer in der britischen Stadt Batley (Yorkshire) vom Dienst beurlaubt. Vorausgegangen waren Proteste von muslimischen Eltern und Würdenträgern. Angesichts der Ereignisse warnen säkulare Beobachter davor, religiösen Gruppen Eingriffe in den Schulunterricht zu gewähren.

Nur gut, dass ein Feuerwehrfahrzeug nicht schwul sein kann

Katholiken und Bischöfe protestieren

Autos und Flugzeuge, Hund und Katz, sie alle erhalten den Segen der katholischen Kirche. Doch für die Partnerschaft zweier Menschen gleichen Geschlechts gibt es keinen solchen göttlichen Schutz, wie der Vatikan am Montag vergangener Woche bekräftigt hat.

Fukushima: Die lange Halbwertszeit der Mythen

Es war eine Katastrophe, die die Welt erschütterte: Am 11. März 2011 ereignete sich vor der japanischen Pazifikküste das größte Erdbeben seit Beginn der historischen Aufzeichnungen und löste einen verheerenden Tsunami aus. Dabei verloren zwischen 15.000 und 20.000 Menschen das Leben. Eine halbe Million musste flüchten, viele wurden in Notunterkünften unter schwierigen Lebensbedingungen untergebracht. Posttraumatische Belastungsstörungen und eine erhöhte Suizidrate waren die Folge, hinzu kam die soziale Stigmatisierung der Evakuierten.

Schnelles Denken, langsames Denken in der Coronakrise

Wer über ein gutes Verständnis wissenschaftlicher Zusammenhänge verfügt, glaubt weniger an Corona-Verschwörungserzählungen. Doch gerade in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben, können Emotionen leicht die Oberhand gegenüber dem rationalen Denken gewinnen und die Anfälligkeit für Pseudowissenschaft und Verschwörungsdenken erhöhen.