Andrzej Wendrychowicz

Der Autor ist Gründer und verantwortlich für die polnische Internetplattform "Ethik in der Schule" (etykawszkole.pl).

Artikel des Autoren

Es geht nicht nur um Abtreibung

Am Sonntag und am Montag vergangener Woche fanden in ganz Polen zahlreiche Proteste unter dem Namen "2. allpolnischer Frauenstreik" statt. Die erste Protestwelle am 3.Oktober hieß "Schwarzer Protest" bzw. "Schwarzer Montag" und war die Reaktion auf die Entscheidung des Parlaments vom 23. September, die Liberalisierung des Abtreibungsvorschriften abzuweisen und gleichzeitig ein totales Verbots der Abtreibung zu beschließen. Die PiS-Abgeordneten haben zwar danach unter dem Druck der protestierenden Frauen das Gesetz zurückgezogen, aber die Frauen, die ihre Kraft erkannt hatten, wollen jetzt mehr.

Solidaritätsdemo in Berlin

Post Scriptum

Die Teilnehmer des Treffens der Warschauer KOD-Mitglieder mit Adam Michnik, dem Chefredakteur der Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" am vergangenen Mittwochabend erreichte während der Sitzung die Nachricht, dass das Projekt der Verschärfung des Abtreibungsgesetz im Sejm gefallen ist. Reaktion auf die Nachricht waren lautstarkes Applaus und große Freude.

Demonstration in Warschau

Die polnische Opposition hat neues Gesicht

Die polnische Opposition hat neues und schöneres Gesicht. Viele Tausende schwarzgekleidete Polinnen haben am Samstag vor dem Parlament und am Montag landesweit gegen einen Gesetzentwurf zum vollständigen Verbot von Abtreibung demonstriert. Proteste fanden in Warschau auch vor dem Sitz der Regierungspartei PiS statt.

Nationalismus auf dem Vormarsch

Seit vielen Jahren gibt es in Polen Antisemitismus. Und das, obwohl im Land so gut wie keine Juden mehr leben. Neu hingegen ist ein Antimuslimismus ohne Muslime. Der Brutplatz für die Xenophoben, Rassisten und für die Nationalisten und Faschisten ist vor allem das Milieu der (Pseudo)-Fußballfans.

PiS-Parteichef Jarosław Kaczyński und das Land

Politik in der Urlaubszeit

Die Sommermonate sind an der Weichsel ziemlich reich an wichtigen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen. Zuerst der NATO Gipfel. Dabei wird der Beschluss über die Stärkung der s.g. NATO-Ostflanke weltweit das wichtigste politische Ergebnis dieses Treffen werden. Doch die größten Schlagzeilen in der hiesigen Presse und in den Internetforen hat die Rede des amerikanischen Präsidenten verursacht.

Diese Hostie soll sich zu einem Stück Gewebe verwandelt haben.

Das Hostienwunder von Legnitz

WARSCHAU. (hpd) Am 25. Dezember 2013 fiel in einer Kirche in Legnitz (Polen) eine Hostie auf dem Boden. Sie musste deshalb laut Vorschrift in einem Gefäß aufbewahrt werden. Darin soll sie sich in menschliches Herzgewebe verwandelt haben: Ein eucharistisches Wunder! Seit dem 2. Juli 2016 – nach Beendigung des vorgeschriebenen Verfahrens in Vatikan – kann diese Hostie als Reliquie verehrt werden.

Demonstration in Warschau

Jahrestag der politischen Wende 1989

WARSCHAU. (hpd) Am 4. Juni 1989 fanden die ersten beschränkt freien Wahlen in Polen. Gemäß dem am "Runden Tisch" erreichten Kompromiss: "Ihr Präsident, unser Premierminister" hat das neugewählte Parlament den engen Berater von Lech Wałęsa, Tadeusz Mazowiecki, zum Regierungschef bestellt. Bisher 26 mal wurde der 4. Juni als das wichtigste Fest der wiedergewonnenen Freiheit von den Bürgern, von den bisherigen Regierungen, von den bisherigen Präsidenten und allen staatlichen Institutionen feierlich begangen. Bis heute.

Streit um die Zahl der Demonstranten

WARSCHAU. (hpd) Auch viele deutsche Medien haben über die größte Protestkundgebung in Warschau nach der Wende 1989, die am 7. Mai 2016 durch die polnische Hauptstadt Warschau zog, berichtet. Unser Polen-Korrespondent Andrzej Wendrychowicz schildert einige wenig berücksichtigte Aspekte der Demonstration.