Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

"Integriert Euch Eurerseits in das Einwanderungsland…" – ein Plädoyer

BONN. (hpd) Die Soziologin Annette Treibel liefert mit ihrem Buch "Integriert Euch! Plädoyer für ein selbstbewusste Einwanderungsland” eine andere Perspektive auf die "neuen Deutschen” und ihre bereits erfolgte Integration. Mit leichter Hand vermittelt die Autorin anschaulich positive Entwicklungen in der Gesellschaft, die häufig genug nicht genügend zur Kenntnis genommen werden, wobei sie mit anderer Einseitigkeit aber allzu sehr die Lichtseiten hervorhebt und die Schattenseiten ignoriert.

Eine kritische Biographie zu Papst Franziskus

BONN. (hpd) Der ehemalige Theologie-Professor Hubertus Mynarek legt mit "Papst Franziskus. Die kritische Biographie” die erste deutsche kritisch gehaltene Lebensbeschreibung des Papstes vor und deutet ihn darin insbesondere im Lichte seine jesuitischen Sozialisation. Die Erörterung konzentriert sich mehr auf die theologische, weniger auf die politische Seite; gleichwohl findet man darin gut begründete kritische Einschätzungen, mitunter etwas polemisch, mitunter etwas weitschweifig vorgetragen.

Der Diktator als zentraler Machtfaktor

BONN. (hpd) Der Historiker Peter Longerich legt mit "Hitler. Biographie” eine neue voluminöse Darstellung zu dem Diktator vor, wobei er dessen Bedeutung als Zentrum der Geschichte des Nationalsozialismus betont. Es handelt sich um eine imposante Forschungsleistung, wobei die Deutung in der Abgrenzung zu manchen anderen Ansätzen lediglich in Nuancierung besteht, aber in besonderer Schärfe betont wird.

Eine Arbeit zur "Volksgemeinschaft" – leider misslungen

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Schyga will in seiner Arbeit "Über die Volksgemeinschaft der Deutschen. Begriff und historische Wirklichkeit jenseits historiografischer Gegenwartsmoden” die Auffassung von "Volksgemeinschaft” decodieren. Auch wenn er dazu immer mal wieder beachtenswerte Erkenntnisse vorträgt, enttäuscht die Arbeit angesichts von fehlender Klarheit in der Aussage und mangelnder Struktur im Aufbau.

"Den totalitären Staat denken"

BONN. (hpd) Der von den Politikwissenschaftlern Frank Schale und Ellen Thümmler herausgegebene Band "Den totalitären Staat denken” enthält 13 Beiträge, welche die Deutung totalitärer Herrschaft durch klassische Ansätze von Philosophen und Sozialwissenschaftlern thematisieren. Die einzelnen Beiträge stammen von guten Kennern der Materie, die auch neue Blick auf bekannte und weniger bekannte Klassiker der Diktaturanalyse von Hannah Arendt über John Maynard Keynes und Karl R. Popper bis zu Luigi Sturzo werfen.

Ambivalenzen zwischen Projektionen und Unterwerfungen

BONN. (hpd) Der von Renate Brucker u.a. herausgegebene Sammelband "Das Mensch-Tier-Verhältnis. Eine sozialwissenschaftliche Einführung” enthält neun Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Themas. Zwar handelt es sich nicht um eine wirkliche Einführung, die Beiträge machen aber auf die vielschichtige Dimension des Themas aus sozialwissenschaftlicher Perspektive aufmerksam.

Der Einfluss der Kirchen auf die Politik

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Carsten Frerk untersucht in seiner Studie "Kirchenrepublik Deutschland. Christlicher Lobbyismus” den Einfluss der Kirchen auf die Politik sowohl von außen wie von innen. Die Fülle von Informationen beeindrucken und liefern einen überzeugenden Beleg für demokratietheoretisch überaus problematische Einflussnahmen, womit eine Lücke in der bisherigen kritischen Lobby-Forschung geschlossen wird.

Anarchistische Staatsverständnisse – ein Sammelband

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Seyferth hat mit "Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse" einen Sammelband veröffentlicht, welcher Beiträge zum Thema meist bezogen auf Theoretiker von Bakunin über Kropotkin bis Landauer enthält. Die einzelnen Aufsätze zeichnen sich durch hohe Sachkenntnis mit einer aber meist apologetischen Dimension aus. Dabei sind sie insgesamt Bestandteil eines doch sehr fragmentarischen Projektes.

Die Folgen sozialer Ungleichheit

BONN. (hpd) Der bekannte Ökonom Joseph Stiglitz, 2001 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaft, legt in seinem Buch "Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft" eine Sammlung von früheren Artikeln zu den sozialen und wirtschaftlichen Folgen sozialer Ungleichheit vor. Den Kennern seiner Bücher liefert er keine neuen Informationen, einzelne Texte können aber gut als Einführung zu den Folgen von gesellschaftlichen Demokratieverlusten und sozialer Ungleichheit gelesen werden.

Die Türkei im Umbruch

BONN. (hpd) Karen Krüger und Anna Esser, die beide in Istanbul aufgewachsen sind, legen mit ihrem Buch "Bospours reloaded. Die Türkei im Umbruch" eine journalistische Beschreibung und Kommentierungen von Entwicklungen in dem Land in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft vor. Die eingängige Darstellung und lockere Schreibe gehen dabei mit klugen Beobachtungen und kritischen Reflexionen einher.