Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

"Linker Kitsch"

(hpd) Die beiden Literaturwissenschaftler Bettina Gruber und Rolf Parr präsentieren in dem von ihnen herausgegebenen Sammelband “Linker Kitsch. Bekenntnisse – Ikonen – Gesamtkunstwerke” zehn Aufsätze zum Thema mit einem literaturwissenschaftlichen Schwerpunkt. So sehr die einzelnen Fallstudien inhaltlich interessante Anregungen und Thesen enthalten, so fehlt es doch in dem daher eher fragmentarisch wirkenden Band an einer allgemeineren Perspektive.

Der gewaltfreie Anarchist Leo Tolstoi

(hpd) Dass der weltberühmte Schriftsteller Leo Tolstoi ein überzeugter Anarchist war, belegen die Aufsätze in dem kleinen Sammelband “Die Sklaverei unserer Zeit”. Sie lassen einen gewaltfreien Gegner der Institution “Staat” erkennen, welcher aber sehr stark moralisierend und weniger analysierend seine auch heute noch beachtenswerte Gesellschaftskritik formuliert.

War die DDR eine totalitäre Diktatur?

(hpd) Der Politikwissenschaftler Florian Gräßler geht in seiner Studie “War die DDR totalitär?” der im Titel enthaltenen Frage im Sinne einer Fallstudie zur Prüfung der genannten Ansätze nach. Es handelt sich um eine gelungene Kombination von empirischem und theoretischem Vorgehen, wobei die belegte Angemessenheit der Totalitarismuskonzepte nicht mit einer Ignoranz gegenüber ihren Schwächen einhergeht.

Erhebliche Zweifel

(hpd) Der promovierte Theologe Hermann Detering nimmt in “Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand” eine Textanalyse historische “Kronzeugen”-Dokumente vor. Dass es erhebliche Zweifel an der Authentizität dieser geschichtlichen Quellen gibt, wird mit großer Akribie belegt, wobei bereits der geringe Aussagewert der Inhalte ein Grund genug für erhebliche Skepsis ist.

"Pegida" in Dresden

Die PEGIDA-Demonstrationen als neues Phänomen für Fremdenfeindlichkeit

BONN. (hpd) Seit dem 20. Oktober 2014 demonstrieren jeden Montag in Dresden “Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” (PEGIDA), wobei die Anzahl der Teilnehmer kontinuierlich anstieg und am 22. Dezember 2014 um die 17.500 Personen umfasste. Der Herausgeber des “Jahrbuchs für Extremismus- und Terrorismusforschung”, Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, stellt hier zwanzig Thesen zur Einschätzung aus demokratietheoretischer Perspektive vor.

Menschenfeindliche und rechtsextreme Einstellungen in der Gesellschaft

(hpd) Die Sozialwissenschaftler Andreas Zick und Anna Klein legen mit “Fragile Mitte, feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2014” die Ergebnisse einer Datenerhebung zum Thema vor. So beachtenswert die Daten und Erkenntnisse zu einschlägigen Einstellungen und deren Kontexte sind, so wenig überzeugend wirkt der postulierte angebliche starke Rückgang von Mentalitäten binnen nur zweier Jahre.

Aufstieg und Fall der Muslimbruderschaft

(hpd) Annette Ranko beschreibt in ihrem Buch “Die Muslimbruderschaft. Portrait einer mächtigen Verbindung” den Aufstieg und Fall der islamistischen Organisation in Ägypten. Das gut lesbare und überaus informative Werk nimmt auch eine klare politische Einschätzung vor und zeichnet die Entwicklung der Muslimbruderschaft vor dem Hintergrund der ägyptischen Geschichte nach.

Franz Josef Wetz’ Betrachtungen zur Selbstachtung

(hpd) Der Philosoph Franz Josef präsentiert in dem Band “Rebellion der Selbstachtung. Gegen Demütigung” anhand von Alltagsbeispielen ebenso wie anhand von Klassikerpositionen seine Reflexionen zum Thema. Dabei wirkt der Band indessen aufgrund der ebenso richtigen wie unverbindlichen Einschätzungen mehr wie eine Ansammlung interessanter essayistischer Betrachtungen, aber ohne innovative inhaltliche Zuspitzung.