Gesundheit

Notausgang

Mobilmachung von Psychiatrie-, Hospiz- und Palliativ-Funktionär:innen

Im Gastbeitrag eines Premium-Forum der FAZ treten Expert:innen verschiedener Fachrichtungen für eine liberale Regelung der Suizidhilfe ein, darunter auch die Autorin dieses Textes. Dies hat eine harsche Replik von renommierten Psychiatrie-Vertreter:innen hervorgerufen. Sie erheben den Vorwurf: Wer vor allem das verfassungsmäßige Persönlichkeits- und Freiheitsrecht sähe, verkenne die existenziellen Krisen dahinter und die große Gefahr normal werdender Selbsttötungen. Unterstützung kommt von Palliativ- und Hospizfunktionär:innen.

Arztparxis

Die Rückkehr eines alten Irrtums

Die aktuelle Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird öffentlich vor allem als ein weiteres Sparpaket verhandelt. Doch im Kern vollzieht sie etwas weit Grundsätzlicheres: eine Rückkehr zu einem Steuerungsprinzip, das seit den 1970er Jahren immer wieder gescheitert ist und dessen Folgen bis heute das Gesundheitswesen prägen. Gemeint ist die einnahmenorientierte Ausgabenpolitik, also der Versuch, die Ausgaben der GKV an die Entwicklung ihrer beitragsfinanzierten Einnahmen zu koppeln – seit den 1970er Jahren unter dem Begriff "Globalsteuerung" bekannt.

Gespräch bei einer Psychologin

"Rituelle Gewalt"

Nachdem der satirische Beitrag von Jan Böhmermann zu "Ritueller Gewalt" aufgrund einer Programmbeschwerde aus der ZDF-Mediathek entfernt wurde, versuchen Verschwörungstheoretiker das Gleiche erneut mit einer Sendung von "Mai Think X". Die Argumente in der neuen Programmbeschwerde sind dabei so fadenscheinig wie haltlos.

Impfung

Wie die US-Impfpolitik die CDC entkernt – und warum das Europa betrifft

Man hört hierzulande gelegentlich von "neuen Impfempfehlungen" in den USA oder von politischen Debatten um den Impfkalender. Was dabei kaum vermittelt wird: Die amerikanische Impfpolitik erlebt derzeit eine der stärksten institutionellen Erschütterungen der letzten Jahrzehnte. Die CDC – lange Zeit globale Referenz für immunologische und epidemiologische Standards – wurde politisch unter Druck gesetzt, Empfehlungen aufzuheben, und steht nun im Zentrum eines juristischen und politischen Machtkampfes. Die Folgen reichen weit über die USA hinaus.

"Mein Körper gehört mir"

Die Debatte um die Beschneidung

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel oder ein Thema hinweisen, der beziehungsweise das die Gesellschaft mitverändert hat. So begann im hpd die öffentliche Debatte um die Vorhautbeschneidung von Jungen.

Die Krise der Krankenkassen-Finanzierungsreform

Die Bundesregierung hält unbeirrt an der Erzählung fest, die Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sei ein "historischer Meilenstein". Wer sich jedoch anschaut, was das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) gerechnet hat, wie die Fachwelt reagiert und welche politische Logik hinter diesem Gesetz steht, kommt zu einem anderen Schluss: Hier wird nicht stabilisiert, sondern Substanz verzehrt – und zwar nach demselben Muster, mit dem zuvor schon die öffentliche Infrastruktur in weiten Teilen des Landes heruntergewirtschaftet wurde.

Wie Kirche und Psychiatrie das Verfassungsrecht auf Suizidhilfe aushöhlen

Es droht politische Einflussnahme im Sinne eines zu erhaltenden Lebens als unverfügbares "Gottesgeschenk" und – im säkularen Bündnis mit der Psychiatrie – als Schutz vor innerer oder äußerer Pression zum Alterssuizid. Mit Sorge nehme man eine wachsende "Normalisierung" der Option zur medizinischen Assistenz wahr und die deutschen Bischöfe haben diese in katholischen Pflegeeinrichtungen inzwischen untersagt.