Rezension

Briefe ins Nichts

Das Buch "Briefe ins Nichts?" von Thomas Ebersberg ist ein kleines Taschenbuch, das Briefe des Autors an prominente Journalisten, Rundfunkredakteure, Philosophen oder etwa Theologen und Kirchenvertreter zusammenstellt und auch ausführliche Briefwechsel mit einigen von ihnen dokumentiert.

Faschismus und Wirtschaftsliberalismus

Der israelische Ideenhistoriker Ishay Landa geht in "Der Lehrling und sein Meister. Liberale Tradition und Faschismus" demokratietheoretisch bedenklichen Elementen des Wirtschaftsliberalismus nach. Auch wenn manche Deutungen bemüht seine Interpretation bestätigen sollen, kann er berechtigt bei bedeutsamen autoritären Denkern auf deren wirtschaftsliberale Orientierung aufmerksam machen.

Der "Code Breaker"

Am 21. Juni 2012 wurden auf einer Wissenschaftlerkonferenz in Berkeley neue Erkenntnisse der Biologie präsentiert, die nach dem Untertitel des vorliegenden Buches die Zukunft der Menschheit für immer verändern. Walter Isaacson, einer der führenden Biografen Amerikas, erzählt die diesem Ereignis zugrunde liegende Entdeckung der CRISPR/Cas9-Methode, die 2020 zur Verleihung des Nobelpreises für Chemie an die beiden Forscherinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier führte.

John Stuart Mill und die Nützlichkeit der Religion

Der bekannte englische Philosoph John Stuart Mill schrieb 1854 einen kritischen Essay über die Nützlichkeit der Religion, der erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde. Jetzt liegt erneut eine deutschsprachige Ausgabe vor, welche die Notwendigkeit einer übernatürlichen Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hinterfragt.

"Die Taliban" – eine kurze Einführung mit systematischer Struktur

Die beiden Bonner Sozialwissenschaftler Conrad Schetter und Katja Mielke legen mit "Die Taliban. Geschichte, Politik, Ideologie" eine kurze, aber problemorientierte Einführung mit systematischer Struktur zum Thema vor. Gerade angesichts der letztgenannten Aspekte erhält man hier wichtige Einschätzungen für den Kontext und die Wirkungen, was ansonsten bei der berechtigten Empörung über die Taliban verloren geht.

Menschen

"Was ist Moral?"

Der Rechts- und Sozialphilosoph Norbert Hoerster kritisiert in dem kleinen Band "Was ist Moral?" anthropologische, religiöse und vernunftrechtliche Moralbegründungen, um ihnen seinen interessenstheoretischen Ansatz entgegenzustellen. Unabhängig davon wie man zu dieser Begründung steht, lohnt die Auseinandersetzung mit der Kritik und den Positionen, um in dieser Hinsicht bezogen auf das Moralverständnis das eigene Profil zu schärfen.

Identitätspolitik aus der Postmoderne

In ihrem Buch "Zynische Theorien" kritisieren Helen Pluckrose und James Lindsay die identititätspolitischen Entwicklungen von links, welche über das Engagement für Minderheiten zur Renaissance des Stammesdenkens führe. Anschaulich machen die Autoren dabei deutlich, dass die ideengeschichtlichen Hintergründe dafür im Postmodernismus zu sehen sind. Ein lesenswertes Buch zu einer aktuellen Kontroverse.