Der atheophobe italienische Außenminister

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Minister Frattini auf esteri.it

ROM. (uaar/hpd) Der italienische Außenminister Franco Frattini schrieb vor zwei Tagen, der Atheismus, der Materialismus und der Relativismus seien verderbte, von “Fanatismus und Intoleranz” charakterisierte Phänomene, die “die Gesellschaft bedrohen”, deshalb müsse man sie durch ein Bündnis unter Christen, Moslems und Juden bekämpfen. Die schwerwiegenden Behauptungen befinden sich in einem Artikel des “Osservatore Romano”.

“In Italien fehlte gerade noch ein atheophober Minister”, erklärte Raffaele Carcano, Sekretär der UAAR (Union der rationalistischen Atheisten und Agnostiker). Die Union hat bereits die Intervention des Präsidenten Giorgio Napolitano gefordert: “Da sie eine Woche zusammen in China verbringen werden, hat das Staatsoberhaupt genügend Zeit zur Verfügung, um von Frattini Erklärungen zu fordern”, fuhr Carcano fort. “Der Artikel (schrieb die UAAR an Napolitano) ist eines Ministers eines Staates unwürdig, dessen zweithöchstes konstitutionelles Prinzip der Laizismus und die Gewissensfreiheit ist.“ Aus diesem Grund fordert die UAAR den Rücktritt des Ministers, wenn dieser seine Äußerungen nicht zurücknimmt.

So schließt Carcano die Pressemeldung: “Nicht zufällig klingen Frattinis Worte wie diejenigen von Ahmadinedschad im letzten Brief an den Papst; die Säkularisierung galoppiert so schnell voran, dass die Religionen und die Regierungen, welche der ersten huldigen, meinen, dass es jetzt schon notwendig ist, ihre Anstrengungen zu vereinen, auch wenn man, um dies zu tun, grundlegende Menschenrechte verletzt.”

Im seinem Brief an den Präsidenten schreibt Carcano zudem, dass Frattinis Artikel im “Osservatore Romano (Römischer Beobachter: Informationsorgan des Heiligen Stuhls) veröffentlicht worden ist und danach auch auf der Website des Außenministeriums. Die UAAR verlangt von Napolitano, der als “Gewährsmann der Konstitution und der Gleichheit aller Bürger (im Artikel 3 bestätigt) wurde, eine ernstzunehmende Intervention gegenüber dem Abgeordneten Frattini, damit dieser seine Erklärungen zurückzieht oder er zurücktritt, weil seine Ideen deutlich inkompatibel mit der Verfassung sind und dem internationalen Ansehen unseres Landes schaden, das, wie Frattini selber zugibt, ‚von den Ländern der Europäischen Union getrennt ist’”.

Die UAAR legt seinen Mitgliedern und Sympathisanten nahe, selbst an den Präsidenten zu schreiben. Zu diesem Zweck hat die Union bei Facebook eine Website und eine Gruppe eingerichtet.

Man hofft, dass die italienischen Ungläubigen wenigstens dieses Mal eine Antwort bekommen; bisher sind alle ihre Appelle gegen verbale und schriftliche Schmähungen sowie ihre negierten Rechte ins Leere gefallen.

Gabriella Bertuciolli