Religionen

Ein Einfallstor für religiöse Fanatiker

Der Prediger Olaf Latzel wurde in zweiter Instanz vom Landgericht frei gesprochen. Damit wurde das Urteil des Amtsgerichts Bremen vom November 2020 aufgehoben. Das Amtsgericht Bremen hatte den evangelikalen Prediger wegen Volksverhetzung zu 8100 Euro Strafe verurteilt, da er unter anderem Homosexuelle als Degenerationsform der Gesellschaft und Menschen vom CSD als Verbrecher bezeichnet hatte. Latzel war in Revision gegangen.

Freikirchen versuchen noch immer, Homosexuelle "umzupolen"

Glaubensgemeinschaften sehen sich als Hüter von Moral und Ethik. Pastoren von radikalen Freikirchen fühlen sich deshalb als Experten bei der Beurteilung von Gut und Böse und taxieren die Sünden. Weit oben in der Skala angesiedelt ist das angebliche Fehlverhalten in sexuellen Belangen. Einen Spitzenplatz nimmt dabei die Homosexualität ein, die als eine Art Ursünde angesehen wird. Doch damit manövrieren sich manche Freikirchen direkt in Teufels Küche.

Neuer Anlauf, alte Probleme

Fast genau ein Jahr nach dem ersten, gescheiterten Anlauf der EKD, den Missbrauchsskandal in den eigenen Reihen aufzuarbeiten, hat die evangelische Kirche einen zweiten Versuch gestartet. Doch wie schon 2021 hagelt es auch diesmal aus den Reihen der Betroffenen Kritik.

Woelkis wolkige Wahrheiten

Kardinal Rainer Maria Woelki hat die ihm vom Papst verordnete geistliche Auszeit scheinbar nicht genutzt, um sich in seiner Amtsführung auf biblische, ethische Grundaussagen zurückzubesinnen. Anders ist sein Umgang mit der Berichterstattung über die Spielschulden des Priesters aus seinem Erzbistum nicht zu erklären. Die Kölner Diözese soll insgesamt 1,15 Millionen Euro zum Teil aus einem bischöflichen Sondervermögen zur Tilgung bereitgestellt haben, aus dem auch Missbrauchsopfer entschädigt werden.

Rückgang der Kirchenmitglieder nimmt katastrophale Ausmaße an

Kirchenaustritte, geringe Taufquote und Wegsterben alter Kirchenmitglieder führen 2022 offenbar zu einem nie da gewesenen Schwund in den beiden großen Kirchen. Dies belegen jedenfalls die bereits vorliegenden Daten für das erste Quartal 2022 in der Millionenstadt München. Da dort etwa zwei Prozent der Einwohner Deutschlands leben, darf man darin durchaus einen Trend erkennen.

Innenstadt von Omaha, Nebraska

USA: St. Mary’s Church entschuldigt sich für migrationsfeindliches Schild

Mitte August letzten Jahres hatte die katholische St. Mary's Church in Omaha auf ihrer Anzeigetafel verkündet, dass der Himmel strenge Einreiseregeln, die Hölle jedoch offene Grenzen habe. In einer Region, in der viele Menschen ursprünglich aus Lateinamerika stammen, für viele ein Schlag ins Gesicht. Nachdem sich Protest regte, entschuldigte sich die Kirche und erklärte einen Ehrenamtlichen zum Schuldigen der nicht abgesprochenen Botschaft.

Indien: Verbot von Safran-Schals und Hijabs in Schulen

Anfang Februar dieses Jahres hatte die Regierung des südindischen Bundesstaates Karnataka ein Verbot des Tragens von Schal und Stola in der Farbe Safran, Hijab, von religiösen Fahnen und Ähnlichem in Schulen erlassen.  Nach Protesten und Klagen hat der Oberste Gerichtshof Karnatakas nun erklärt, dass das Tragen eines Hijabs kein essenzieller Bestandteil der Religionsausübung sei.