Religionen

Istanbul

Heiliger Krieg gegen Israel

Im August trafen sich in Istanbul Islamisten aus der ganzen Welt auf einer Konferenz der Internationalen Union muslimischer Gelehrter (IUMS). Die 2002 in Katar gegründete IUMS nimmt für sich in Anspruch, Muslime der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen zu vertreten. Wegen ihrer Nähe zum Regime in Katar wurde sie 2022 in Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain verboten und als terroristische Organisation eingestuft, was in der Türkei für große Empörung sorgte.

Regensburger Dom

Bistum Regensburg: Zynische Rhetorik, volle Kassen – und keine Entschädigung für Missbrauchsopfer

Der Umgang der Kirche mit den Opfern sexualisierter Gewalt ist ein Skandal ohne Ende: Vertuschung, Verweis auf Verjährung, Zuständigkeitsstreitigkeiten – die Palette der Abwehrstrategien ist bekannt. Doch das Bistum Regensburg erweitert das Repertoire nun um eine neue Facette: Mit dem Hinweis auf angeblich leere Kassen verweigert es dem Missbrauchsopfer Matthias Podszus eine angemessene Entschädigung. In einem Schreiben der Bistumsanwälte wird das Vorgehen als "christliches Entgegenkommen" bezeichnet – blanker Hohn für den Betroffenen.

Der gläserne Sarkophag von Carlo Acutis

Carlo Acutis – Mamas Heiliger und die kirchliche Mythosmaschine

Die Heiligenverehrung ist ein Markenzeichen der katholischen Kirche. Sie bietet den Gläubigen Identifikationsfiguren und moralische Vorbilder. Doch die Zahl der Heiligen ist längst so groß, dass selbst die Kurie kaum noch den Überblick behält – nicht zuletzt, weil die letzten Päpste die Heiligsprechung nahezu inflationär betrieben haben. Nun soll Carlo Acutis, der erste Heilige der Generation der Millennials, offiziell kanonisiert werden. Das freut vor allem seine Mutter – wirft aber auch kritische Fragen auf. Wo endet die Verehrung und beginnt die Leichenfledderei?

Flammenwerfer (Symbolbild)

Die Glaubenskriegerin von Texas

Eine republikanische Kongresskandidatin aus Texas sorgt mit einem Koran-Verbrennungsvideo für internationale Empörung. Valentina Gomez inszeniert sich als Kämpferin gegen Islam, LGBTQ und Migration – und nutzt religiöse Rhetorik, um Hassbotschaften zu verbreiten. Ihre Aussagen stehen exemplarisch für eine radikalisierte Strömung innerhalb der US-Republikaner, die christlichen Fundamentalismus mit politischer Hetze verbindet.

Warum Menschen auch ohne Religion gut sein können

Anfang der Woche erschien im Hamburger Abendblatt ein Meinungsbeitrag unter dem Titel "Warum Religion unverzichtbar ist". Darin beschwört der Autor, der sich nach eigenen Angaben ehrenamtlich im interreligiösen Dialog engagiert, etwa bei der Kampagne "Muslime für Frieden", die vermeintlich positiven Effekte religiöser Indoktrination. Eine Gegenrede.

Rainer Maria Woelki

Parallelstruktur in der theologischen Ausbildung

Nicht nur die Kirchenmitglieder kehren der Kirche in Scharen den Rücken. Auch interessieren sich junge Menschen immer weniger für das Theologiestudium. Und um die verbleibenden Interessentinnen und Interessenten streiten sich auch noch Hochschulen und Kirche: Das Bistum Köln macht der benachbarten Universität Bonn mit einer eigenen Bildungseinrichtung Konkurrenz.

 Chorfresko mit der Krönung Mariens

Mariä Himmelfahrt: Feiertagsglück für alle Bayern?

Die Frage nach den Feiertagen sorgt in Deutschland regelmäßig für Diskussionen. Arbeitgeber klagen über zu viele arbeitsfreie Tage, Arbeitnehmer hingegen hätten gern mehr. Bayern liegt dabei traditionell vorne: In den katholisch geprägten Regionen werden 13 gesetzliche Feiertage begangen – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Jetzt sorgt der bayerische Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bernhard Stiedl für Aufsehen: Er will den 15. August, Mariä Himmelfahrt, in ganz Bayern zum Feiertag machen.

Magische Steine und magisches Kreuz

Exorzisten warnen vor Esoterik

Es gibt kirchlich anerkannte Teufelsaustreiber. Diese sind sogar weltweit im Verband organisiert, in der Internationalen Vereinigung der Exorzisten (AIE). Die Geisterjäger warnten kürzlich vor esoterischen Wahrsagern und vor Hexenfesten um die religiösen Feiertage herum. Die selbsternannten Teufelsweiber, Zauberer und Hellseher würden die Menschen nur verwirren.