Helmut Lambert (nicht überprüft)

Mi. 28 Jan 2026 - 10:25

Antwort auf von Dipl. Phil Helena P. (nicht überprüft)

Vielen Dank für Ihre Ermutigung. Hier noch etwas Grundsätzliches : Niklas Luhmann bezeichnet die alten Gesellschaftssysteme (Aristokratien, Monarchien, Tyranneien.., ) als statifizierte Gesellschaften, weil sie immer von einer kleinen Gruppe militärisch Bewaffneter geführt wurden und die Mehrheit (95%) unterdrückt haben. Dieses System wurden nur im Westen in der Neuzeit überwunden und es konnten sich hier liberale Demokratien etablieren, nach Luhmann funktional differenzierte Systeme. Zu den unterdrückerischen Systemen gehörte notwendig die Herausbildung eines bestimmten Menschentyps, des „Untertanen“, der nach Norbert Elias durch den militärischen Verhaltens- und Empfindungskanon geprägt ist: Gläubig, hierarchisch, engstirnig, fanatisch, intolerant, antiaufklärerisch, aggressiv. Dagegen ist der Habitustyp der Demokratien durch das Gegenteil, den zivilen Werte kanon geprägt: Aufgeklärt, tolerant, empathisch, friedlich. Die Gefahr besteht heute darin, dass wir vor lauter Aufgeklärtheit, Toleranz und Naivität die Gefahr der fanatischen Vertreter des militärischen Kanons völlig unterschätzen und glauben, die Anpassung an unsere Werte erfolgte automatisch. Das hat sich als schwerwiegender Fehler herausgestellt, wird aber nicht korrigiert. Die hier geschilderte gesellschaftliche Erklärungsbasis habe ich zur Erklärung des Antisemitsmus verwandt und bin zu ganz anderen Begründungen als den gängigen gekommen, mit ganz anderen Frontverläufen.

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