Rezension

Die „Religionisierung“ von Konflikten

(hpd) Der als Experte für religiöse Gewalt bekannt gewordene Soziologe Mark Juergensmeyer, Professor an der University of California, Santa Barbara, präsentiert in seiner Studie „Die Globalisierung religiöser Gewalt. Von christlichen Milizen bis al-Qaida“ die Ergebnisse einer vergleichenden Analyse von Interviews mit Angehörigen ganz unterschiedlicher Gruppen von religiös motivierten Gewalttätern.

Feindbild Moslem!?

(hpd) Der Journalist Kay Sokolowsky geht in seinem Buch einem „Feinbild Moslem“ nach. Er bleibt dabei aber bei einer nur beschreibenden Sicht der „Moslemhasser“. Ebenso wie empirische Studien der Sozialforschung fehlen, trifft er keine Unterscheidung zwischen einer aufklärerisch-humanistischen und einer hetzerisch-vorurteilsvollen Islamkritik.

Die Menschenrechte sind unteilbar

(hpd) Alfred Grosser, emeritierter Professor für Politikwissenschaft, hat ein Lebensmotto: Die Menschenrechte sind unteilbar und immer und überall einzufordern. Auch in der Reflexion über die deutsche Schuld im Kontext des Holocaust und hinsichtlich der aktuellen Kritik an Israel behält er seine kritische Reflexion.

Todeskämpfe

(hpd) Matthias Kamann, Politik-Redakteur der Tageszeitung „Die Welt“, hat ein interessantes und hoch reflektiertes Buch über Sterbehilfe und Patientenverfügungen vorgelegt, allerdings mit ein paar Schwächen. Untertitelt ist das in vier Teile untergliederte Werk mit „Die Politik des Jenseits und der Streit um Sterbehilfe“.

Wer ist wir? - Deutschland und seine Muslime

(hpd) Der Deutsch-Iraner Navid Kermani stellt – indem er die Frage nach dem „Wir“ stellt – die Frage nach dem Selbstverständnis der in Deutschland lebenden Muslime. In Anbetracht der gerade wieder aufflammenden Diskussionen ist das eine sehr wichtige Frage.

Jung, erfolgreich, türkisch

(hpd) Nach eigener Aussage wollen die Autoren mit diesem Buch vor allem eines: Mut machen. Denn anders als medial wahrgenommen sind türkischstämmige Deutsche nicht nur an den „unteren“ Rändern der Gesellschaft zu finden. Schließlich – so die Autoren – haben fast ein Fünftel der Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund.

„Verstehen und nicht verzeihen“

(hpd) Die Auschwitz-Überlebende Cordelia Edvardson, Autorin des beeindruckenden Erinnerungsberichtes „Gebranntes Kind sucht das Feuer“, legt mit „Wenn keiner weiter weiß. Berichte von der Grenze“ eine Sammlung von Berichten und Kommentaren zum Nahost-Konflikt vor. Darin zeigt sich die Autorin als aufmerksame und kritische Beobachterin, welche bei Anerkennung des Existenzrechts Israels scharf dessen Umgang mit den Palästinensern kritisiert.

Tradition des historischen Vorbilds

(hpd) Nach dem „Superwahljahr“ 2009 steht die NPD schlechter da als zuvor: Die erhofften Wahlerfolge sind nicht eingetreten, der Finanzskandal hat die Partei erschüttert, unterschwellig bestehen weiterhin Konflikte um die richtige Strategie. Ist damit das Thema erledigt?

Rückschau: Epoche des Kommunismus

(hpd) Der britische Historiker David Priestland will mit seinem Buch „Weltgeschichte des Kommunismus“ eine Gesamtdarstellung zum Thema bezogen auf die Staatensysteme vorlegen. Es handelt sich um ein ausgesprochen informatives und gut geschriebenes Werk, das aber nur selten über die Ebene der Beschreibung hinauskommt.

Der Weihnachtsführer für Atheisten

(hpd) Die etwas andere Geschenk-Idee für „Heiligabend“: Man muss weder an „Gott“ glauben noch einer Religion angehören, um „gut“ zu sein und sich positiv in der Gesellschaft zu engagieren. Eindrucksvoll zeigt dies die Journalistin Ariane Sherine mit ihrem neu herausgegebenen Buch „There is probably no god. The atheist’s guide to Christmas“: eine geballte Ladung englischen Humors mit ernsthaftem Hintergrund.