Rezension

Rezension

"Machet sie euch untertan und herrschet…"

BERLIN (hpd) Das Paradigma aus dem Alten Testament gilt auch heute noch. Anders als in den Fleischfabriken kann man das in den Zoos sogar direkt erleben. Dabei gibt es mit dem Tierschutzgesetz und mit der im Jahr 2001 erfolgten Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz moderne "Richtlinien” im Umgang mit Tieren. Der Psychologe, Wissenschaftsjournalist und Sachbuchautor Dr. Colin Goldner hat untersucht warum und wie die Tiere in den deutschen Zoos leiden und sterben.

Martin Balluchs Plädoyer für Tierrechte

Der "kategorische Imperativ" mit Tieren

BONN. (hpd) Der österreichische Tierrechtler Martin Balluch legt mit "Der Hund und sein Philosoph” ein, so lautet der Untertitel, "Plädoyer für Autonomie und Tierrechte” auf Basis von persönlichen Erfahrungen, wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und philosophischen Reflexionen vor. Der Autor plädiert dabei für eine Erweiterung des Kantschen "kategorischen Imperativs”, womit auch Tiere als Zweck gelten würde, schießt aber mit manchen Forderungen wie denen nach "Staatsbürgerrechen” für Tiere in einer "Multi-Spezies-Gesellschaft” über das Ziel hinaus.

Rezension

Der Triumph des Humors

BERLIN. (hpd) Jacques Tilly gilt als bester Karnevalswagenbauer Deutschlands. Seine Mottowagen sind aus dem Düsseldorfer Rosenmontagsumzug nicht mehr wegzudenken und erregen seit Jahren weltweites Aufsehen. Das neue Buch "Satire, Kunst und Karneval" gewährt einen illustrativen Einblick in Tillys künstlerisches Schaffen.

Ein kritischer Blick auf die "effiziente Landwirtschaft"

Die Wegwerfkuh

BONN. Die Journalistin Tanja Busse legt mit "Die Wegwerfkuh. Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können” eine Art "Reportage-Buch” mit kritischen Ausführungen zur Ernährungswirtschaft vor. Es berichtet von Begegnungen und Eindrücken in Kombination mit allgemeinen Beschreibungen und Sachaussagen, wobei es die Autorin irgendwie den Bauern wie den Veganern recht machen will, was nicht richtig gelingen kann.

Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist

Über die Beliebigkeit christlicher Moralvorstellungen

BONN. (hpd) Der Philosoph Andreas Edmüller führt in seinem Buch "Die Legende von der christlichen Moral. Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist” die ambivalenten Deutungsmöglichkeit dieser Religion auf das Fehlen von Berechenbarkeit und Stimmigkeit in deren Moralsystem zurück. Der Autor entwickelt diese Argumentation systematisch, wobei er sich aber stark am Alten Testament und der Geschichte orientiert, kann gleichwohl für seine Grundpositionen überzeugende Belege vorbringen.

Ein engagiertes Plädoyer für eine umfassende Kritik am Begründer des Islams

Mohamed in der Kritik

BERLIN. (hpd) Nach dem hpd-Interview mit Hamed Abdel-Samad und Prof. Mouhanad Khorchide auf der Frankfurter Buchmesse 2015 stellt der hpd Hamed Abdel-Samads Buch "Mohamed – Eine Abrechnung" vor. Der aktuelle Bestseller über den Propheten zeigt alle Wurzeln des Islams, die mit dessen Biografie zusammenhängen – und erklärt auf diese Weise Handlungen muslimischer Gläubiger, die in aufgeklärten Gesellschaften oft auf Unverständnis stoßen. Bernd Kammermeier griff einen Aspekt des Buches mit aktuellem Bezug heraus.  

Der "neue Wuketits"

Gewalt aus evolutionstheoretischer Sicht

BONN. (hpd) Der Biowissenschaftler Franz M. Wuketits legt mit "Mord. Krieg. Terror. Sind wir zur Gewalt verurteilt?” eine Gewaltgeschichte der Menschheit aus evolutionstheoretischer Sicht vor. Der Autor liefert dabei erneut einen Beleg für den Erkenntnisreichtum dieser Perspektive, macht auch die Bedeutung der Ideologie als gewaltverstärkendes Moment aufmerksam, hätte aber auch noch etwas über gewaltminimierende Haltungen und Strukturen schreiben können.

Analyse der Gewalt in der Religion

BONN. (hpd) Die Erziehungswissenschaftlerin und Theologin Christa Mulack untersucht in ihrem Buch "Gewalt im Namen Gottes. Ursachen und Hintergründe im biblischen Monotheismus” den Zusammenhang einerseits von dem Glauben an nur einen Gott und andererseits von der Gewalt im Namen der Religion. Dabei geht die Autorin ausführlich auf die Frühgeschichte des Judentums mit beachtenswerte Ausführungen zu Detailaspekten ein, driftet aber im Laufe des Textes mit ihrer Frontstellung gegen das religiöse Patriarchat immer mehr in einen mythischen Feminismus ab.

Thomas Nagel an der New York University

Thomas Nagel über "Geist und Kosmos"

Lässt sich die Welt ohne Bewusstsein denken?

BERLIN. (hpd) In weniger als drei Jahren zum Klassiker geworden: "Geist und Kosmos. Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist” gibt es nun bei Suhrkamp in der Taschenbuch-Wissenschaft-Reihe wie gemacht fürs Proseminar. In der Tat gibt es Bücher, um die man schwer herumkommt. Redlichkeit kann ein guter Grund dafür sein. Darin ist dieses Buch bestimmt beispielhaft. Doch hat es auch recht?