Geschichte

Horst Groschopp

Kampfgruppe gegen die Kirchen?

EISENACH. (hpd/miz) Jahrzehntelang gab es in der DDR keine organisierten Freidenker, die SED hatte alle Wünsche, einen entsprechenden Verband zu gründen, abschlägig beschieden. Dann plötzlich, Anfang 1989, wurde die beabsichtigte Gründung eines Verbandes der Freidenker der DDR angekündigt. Die Organisation überlebte die DDR nur kurz – nicht zuletzt auch deshalb, weil sie schnell als "Stasi-Gründung" galt.

Die kurze Geschichte der DDR-Freidenker

WEIMAR. (hpd) Die Geschichte der DDR-Freidenker (Verband der Freidenker – VdF) währte nur gut eineinhalb Jahre – von der Initiierung "von oben" im Herbst 1988 über die offizielle Verbandsgründung im Juni 1989 und ihrem organisatorischen Ende im Sommer 1990. Danach verlieren sich die Spuren ihrer etwa 12.000 Mitglieder und lokalen Organisationen im Nirgendwo bzw. durch individuelle Übertritte in westberliner oder westdeutsche Verbände (DFV-Sitz Dortmund und DFV-Sitz Berlin, nachmalig HVD).

Ideologie und Verbrechen

(hpd) Der Historiker Frank-Lothar Kroll und die Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig legen mit "Ideologie und Verbrechen. Kommunismus und National­sozialismus im Vergleich" einen Sammel­band zum Thema vor, worin zwölf Beiträge unter­schiedlichste Aspekte des Themas behandeln. Darin geht es um durchaus interessante Fall­studien zu Einzel­phänomenen, wobei es aber an allgemeiner gefassten Betrachtungen zum Thema eben auch in der angekündigten vergleichenden Perspektive mangelt.

Legende von christlich-abendländischer Kultur

BERLIN. (hpd) Die vorherrschende politische Meinung, Mainstream-Medien und klerikale Kreise führen hierzulande in allen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen immer stärker das Schlagwort von der "christlich-abendländischen" Kultur bzw. Identität ins Feld. Das ist sachlich falsch. Und sie beschwören voller Inbrunst die "christlichen Wurzeln" Europas; oftmals sogar als "christlich-jüdisch" bezeichnet. Mit dieser frommen – und sehr interessengeleiteten – Legende setzt sich der Historiker Rolf Bergmeier in seinem jüngsten Buch "Christlich-abendländische Kultur" auseinander.

"Die Tauben werden den Lueger vermissen"

WIEN. (hpd) Eine Wiener Bürgerinitiative fordert, dass der umstrittene Karl-Lueger-Platz im Stadtzentrum nach Nelson Mandela umbenannt wird. Mobisiliert wird vor allem über Facebook. Am Sonntag trafen sich die Mitglieder das erste Mal persönlich – bei einer Gedenkfeier für den verstorbenen südafrikanischen Politiker. Unser Österreich-Korrespondent Christoph Baumgarten hat sie begleitet.

Kirchenbau boomte in der Nazi-Zeit

BERLIN. (hpd) In der Nazi-Zeit entstanden über 600 neue Kirchen, Dutzende wurden im "Heimatschutz"-Stil der Nazis umgebaut. Eine Ausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin zeigt, wie Kirchenbauten und antisemitische Darstellungen zur Propagandamaschine gehörten.

"Blutige Romantik"

DRESDEN. (hpd) Dieser in sich scheinbar widersprüchliche Titel einer Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden soll verdeutlichen, dass die Romantik, die am Ende des 18. Jhd. entstand, sich zu Anfang des neuen Jahrhunderts wandelte.

Personenkult im 20. und 21. Jahrhundert

(hpd) Der von Thomas Kunze und Thomas Vogel herausgegebene Sammelband "Oh Du, geliebter Führer. Personenkult im 20. und 21. Jahrhundert" präsentiert eine Fülle von Fallstudien zur öffentlichen Huldigung von meist diktatorisch agierenden Politikern. Den überaus interessanten Texten hätte aufgrund ihrer doch mehr beschreibenden Ausrichtung indessen ein Mehr an Analyse und Systematik gut getan.

Zerstörte Vielfalt

BERLIN. (hpd) Am Anfang des Jahres begann in Berlin ein Themenjahr, in dessen Verlauf sich mehr als 120 Projekte in mehr als 500 Veranstaltungen mit "dem Gedenken, der Mahnung und der Erinnerung" aktiv mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzten. Nicht zufällig in zeitlicher Nähe zum Gedenktag an die "Reichskristallnacht" fand am Sonntag die Abschlussveranstaltung statt.